Trudering

Streit um Sonnwendfeuer

Wer darf zündeln und wer nicht? In Trudering ringen derzeit zwei Vereine um die Ausrichtung des traditionellen Sonnwendfeuers. Am selben Tag – und am selben Platz.

Auf der einen Seite steht der Truderinger Burschenverein. Seit 2008 pflegt er die Tradition zur Sommersonnwende im Juni. Seitdem wird jedes Jahr auf der so genannten Obermaier-Wiese an der Wasserburger Landstraße gefeiert. Zuletzt waren laut Burschen rund 4000 Menschen dabei.

Damit ist jetzt Schluss. Das private Grundstück ist verkauft und soll bebaut werden. Die Burschen möchten deshalb mit ihrem Feuer umziehen. Auf den Truderinger Festplatz gleich gegenüber an der anderen Straßenseite, auf der auch das alljährliche Volksfest stattfindet.

Genau dort aber will auch der Truderinger Buam-Festring, der angrenzend sein „Feststadl“ hat, das „Original Truderinger Sonnwendfeuer“ veranstalten. Für zwei Veranstaltungen ist freilich kein Platz. Nun wird gestritten, wer zum Zug kommt.

Als der Antrag des Buam-Festrings jüngst dem Truderinger Bezirksausschuss (BA) vorgelegt wurde, gab es Protest vom Burschenverein. Man habe schon viel früher, bereits Mitte 2015, bei der Stadt angefragt. Doch im BA sind die Papiere der Burschen bislang noch nicht aufgetaucht. „Das liegt an unterschiedlichen Sachbearbeitern“, erläutert KVR-Sprecherin Daniela Schlegel. Es sei noch keine Entscheidung getroffen, man sei noch im Gespräch. Die Lage bleibt also angespannt.

Allerdings gab es wohl im September einen Ortstermin mit den Burschen. Dabei erklärte das Baureferat, dass ein Sonnwendfeuer auf der umkämpften Fläche aus Gründen des Bodenschutzes nur dann abgebrannt werden könne, wenn zuvor ein entsprechender Aufbau hergestellt wird, der anschließend wieder abgetragen werden muss. Und zwar vom Veranstalter. Zudem handelt es sich um eine öffentliche Grünanlage. Eine blickdichte Umzäunung und Eintrittsgeld wie bisher auf der Obermaier-Wiese ist daher nicht erlaubt.

„Höchstmögliche Sicherheit, aber keine Zäune, wie soll das gehen?“, fragt sich Burschen-Sprecher Nick Scharif. „Da gibt es noch einige Punkte zu klären.“ Trotzdem dachte der Burschenverein, mit seiner Anfrage den Platz quasi schon reserviert zu haben.

„Die Burschen haben überall rumerzählt, dass sie nicht wüssten, wie’s mit dem Sonnwendfeuer weitergeht“, erzählt hingegen Buam-Vorstand Franz Risch. Von einem Umzug auf den Festplatz oder Gesprächen mit der Stadt habe er nichts gewusst. Bevor’s gar kein Feuer geben würde, habe der Festring die Veranstaltung angemeldet. „Wir pflegen den Platz das ganze Jahr, machen Unrat weg, mähen und mehr, da dürfen wir das Fest doch auch beantragen.“ Zäune brauche man übrigens keine, sagt Risch, „bei uns sollen die Leute einfach kommen und fidel sein.“

Der Burschenverein will aber nicht nachgeben. Wenn man eine Veranstaltung seit acht Jahren mache, habe man doch wohl ein Vorrecht, findet Scharif. Zudem sei man mit dem Antrag zuerst gekommen und habe sehr ausführliche Unterlagen eingereicht. „Sicherheits- und Löschkonzept können wir nachreichen, wenn’s gefordert wird“, setzt Oberbua Risch dagegen.

Da ein gemeinsames Fest nach jetzigem Stand ausgeschlossen scheint, werden am Ende wahrscheinlich Stadt und Bezirksausschuss über den Veranstalter entscheiden müssen.

Carmen Ick-Dietl

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