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Schach fürs Leben: Die Kinder von der Paulckeschule lieben das Spiel.

Münchner Stiftungsfrühling

Schach und andere wichtige Dinge fürs Leben

Beim Münchner Stiftungsfrühling präsentieren sich viele verschiedene Münchner Stiftungen, sodass sich Interessierte über ehrenamtliches Engagement informieren können.

München - Es geht um Hilfe für Kinder, Menschen mit Behinderung, aber auch um Bildung für Benachteiligte oder den Schutz der Demokratie. Rund 1000 Stiftungen gibt es in München. Viele präsentieren sich vom 24. bis 30. März beim Münchner Stiftungsfrühling. 

Der Grundgedanke ist simpel: Schachspielen macht Spaß, fördert die Lernfähigkeit und beim Schach sind alle gleich: Alter, Herkunft, Behinderung – spielt alles keine Rolle. Dass das Brettspiel noch viele andere positive Effekte hat, zeigt der Erfolg der Münchner Schachstiftung.

Gegründet hat sie vor zehn Jahren Roman Krulich, Geschäftsführer des gleichnamigen Münchner Immobilienunternehmens und Gründer der Münchner Schachakademie, die bereits länger Kurse für Kinder und Erwachsene anbietet. Um denen, die sich keine Kurse leisten können, ebendies zu ermöglichen, hat sich die Schachstiftung einiges einfallen lassen. So organisiert sie an etlichen Grund- und Mittelschulen – vorwiegend an sozialen Brennpunkten in der Stadt wie etwa im Hasenbergl – Schachunterricht. Zwei Trainer der Schachakademie unterrichten in der Regel einmal pro Woche zwei Klassen in Kleingruppen. 

Kinder lernen fürs Leben

„Beim Schach lernen die Kinder mehr als das Spiel“, erklärt Dijana Dengler vom Stiftungsvorstand. Sie müssen vorausdenken und planen, „auch überlegen, was der andere denkt“. Gefragt sind Fantasie und Kombinationsvermögen. Und es geht darum, zu eigenen Fehlern zu stehen und sie im Nachhinein zu analysieren, um sie möglichst das nächste Mal zu vermeiden. Und auch um Fairplay. „Alles Fähigkeiten, die sie fürs Leben brauchen können“, erklärt Dengler, selbst Schach-Nationalspielerin. Neben den Schulkindern arbeitet die Stiftung mit Flüchtlingen, Senioren und Menschen mit Körperbehinderungen. „Es ist ergreifend, wenn jemand, der wegen körperlicher Einschränkungen ständig auf Hilfe angewiesen ist, beim Schachspielen zeigen kann, was in ihm steckt“, so Dengler. 

Beim Stiftungsfrühling können Besucher selbst an einem übergroßen Schachspiel ihr Können unter Beweis stellen und sich Tipps von den Schachprofis holen. Los geht es am 24. und 25. März in der BMW-Welt, wo es Infostände, Workshops und Vorträge gibt. Insgesamt präsentieren sich mehr als 130 Stiftungen und ihre Partner. Es geht um fachlichen Austausch, aber auch um Informationen für Otto Normalverbraucher. 

Hinter vielen Münchner Einrichtungen stecken Stiftungen

Die Bandbreite ist groß. Die Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern Stiftung etwa nimmt sich Kindern an, die nicht in ihrer Familie leben können. Die Münchner Nemetschek-Stiftung will Bürgern klarmachen, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist und sich jeder dafür einsetzen sollte. Große Stiftungen wie die von Herbert Quandt von BMW bringen international Menschen zusammen und ermutigen sie, ihre Fähigkeiten für die Lösung gesellschaftlicher Probleme zu nutzen. Auffallend: Der Großteil der Stiftungen verfolgt soziale Ziele. Allein von den 200 Stiftungen, um die sich die Stiftungsverwaltung der Stadt München kümmert, sind das 176. 

Bei vielen Münchner Einrichtungen wissen die wenigsten, dass eine Stiftung dahintersteckt, etwa beim Münchner Waisenhaus, den Häusern der Münchenstift oder der Internationalen Jugendbibliothek. Die älteste Münchner Stiftung wurde vor 800 Jahren gegründet. Damals hofften viele, sich durch die Spende an die Heiliggeistspital- Stiftung nach ihrem Ableben einen Platz im Himmel sichern zu können. Heute kommt sie alten Menschen zugute. 

Ausführliche Infos zum Münchner Stiftungsfrühling gibt es hier. Das Programm verteilt sich auf die Auftaktveranstaltung, das Stiftungsforum in der BWM-Welt am 24. (15 bis 20 Uhr) und 25. März (10 bis 20 Uhr) und die folgenden dezentralen Angebote wie Vorträge, Konzerte, Führungen und Workshops. Der Eintritt ist bis auf einige Ausnahmen frei.

Doris Richter

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