Münchner CSU für den umstrittenen Autobahn-Südring

München - Der Bezirksvorstand der CSU beschäftigt sich am heutigen Montag mit dem Bau des umstrittenen Autobahn-Südrings. Nur zwei Politiker fordern die Untertunnelung des Mittleren Rings.

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Es ist eine heikle Frage, mit der sich heute der Bezirksvorstand der Münchner CSU beschäftigen will: Ist er für den Bau des umstrittenen Autobahn-Südrings oder doch nicht? Setzt er damit auf die Verkehrsentwicklung des Großraums oder auf den Landschaftsschutz im Süden der Stadt? Es ist recht wahrscheinlich, dass das CSU-Gremium - wenn es heute wieder auseinandergeht - sich zu der Meinung durchgerungen hat, das Milliardenprojekt müsse gebaut werden. Denn, so meint Vize-Chef Hans Podiuk: „Die überwiegende Mehrheit ist für den Südring.“

Dass die Münchner CSU schon heute ihren Beschluss fassen will, hat einen Grund: Auch in der CSU-Landtagsfraktion wächst der Druck, sich zu positionieren. Sie will am Mittwoch dieser Woche beraten. Man wisse nach einer Machbarkeitsstudie, dass der Südring realisierbar sei, aber auch teuer, sagt Erwin Huber, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses. Auf 1,2 Milliarden Euro wird die Autobahn-Verbindung von der A 99 bei Gräfelfing zur A 995 bei Taufkirchen geschätzt. Eine schnelle Realisierung, so räumt Huber ein, sei jedenfalls „undenkbar“. Die CSU wolle vermeiden, dass das Projekt in Konkurrenz zu anderen Großvorhaben in Bayern trete.

Angesichts der Weichenstellung in der Münchner CSU fordern die Landtagsabgeordneten Markus Blume und Andreas Lorenz, dem Bau des Südrings eine komplette Untertunnelung des Mittleren Rings im Münchner Südosten vorzuziehen. „Die weit über 100 000 Menschen, die entlang dieses hoch belasteten Abschnitts des Mittleren Rings wohnen, müssen heute eine brutale Lärm-und Feinstaubbelästigung ertragen“, erklärt Blume. Die zwei CSU-Politiker, durch deren Stimmkreise der entsprechende Ringabschnitt führt, fordern eine Weiterführung des Candid-Tunnels im Bereich der Tegernseer Landstraße, die Verlängerung und Deckelung des McGraw-Grabens und die Untertunnelung des Rings von der Chiemgauer zur Bad-Schachener-Straße.

„Das ist keine Alternative zum Südring“, sagt Münchens CSU-Chef Otmar Bernhard. Der Ausbau des Rings sei aber ein Thema, das ebenso angegangen werden müsse.

Matthias Kristlbauer

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