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Vor allem bei jungen Leuten ist Zara sehr beliebt, denn die spanische Kette bietet aktuelle Designs für vergleichsweise günstiges Geld. Intern gibt es aber offenbar Misstöne.

Systematischer Austausch?

Schwere Vorwürfe gegen Zara: Gerüchte verunsichern Mitarbeiter

Mit miesen Tricks soll die Modekette Zara versuchen, in München Mitarbeiter loszuwerden. Der Konzern dementiert die Vorwürfe der Gewerkschaft jedoch.

München - Knapp 40 Angestellten der Modekette Zara soll laut Verdi in München die Kündigung drohen. Zara wolle gezielt Mütter und andere „unflexible“ Beschäftigte loswerden, um sie durch billigere Leiharbeiter zu ersetzen, werfen die Gewerkschaft und ein Zara- Betriebsrat dem Unternehmen vor. Die Modekette selbst dementiert.

Sechs Filialen hat die aus Spanien stammende Modekette in München, prominent platziert an Orten wie der Neuhauser Straße oder dem Olympia-Einkaufszentrum. Hinter den Kulissen herrscht aber offenbar Verunsicherung. Denn Zara versuche, Mitarbeiter loszuwerden. Das zumindest sagt der Betriebsratsvorsitzende einer Münchner Filiale, der anonym bleiben möchte. Konkrete Kündigungen seien noch nicht ausgesprochen worden. In den letzten Wochen habe das Unternehmen aber 36 Beschäftigten aus München nahegelegt, gegen eine Abfindung selbst den Vertrag aufzulösen.

Im vergangenen Jahr erhob eine Münchner Studentin harte Vorwürfe gegen Zara: Ein Mitarbeiter soll sie in der Kabine nackt gefilmt haben.

„Das erstreckt sich über sämtliche Münchner Filialen“, berichtet auch Dominik Datz von der Gewerkschaft Verdi. „Man tritt an die Zara-Mitarbeiter heran, die am schwersten zu kündigen sind. Das sind klassicherweise die Mütter.“ Die Vorgehensweise sei zunächst relativ subtil. Nach dem Motto: „Könnten Sie sich nicht vorstellen, den Arbeitsvertrag mit uns aufzuheben?“ Das sei immer mit einem Abfindungsangebot verbunden, so Datz. „Aber unter enormem Zeitdruck – innerhalb von ein, zwei Tagen – sollen die Beschäftigten sich entscheiden.“ Dabei schwinge stets die Androhung einer Kündigung mit. Zara-Mitarbeiter sprechen von „krankheitsbedingten Kündigungen“, die im Raum stünden.

Verdi wirft Zara Zermürbungstaktik vor

Eine rechtliche Grundlage für Kündigungen kann Datz nicht erkennen. „Es geht eher darum, den Beschäftigten Angst einzutrichtern.“ Wie konsequent Zara seine Linie durchziehe, wisse man bei Verdi nicht. Kündigen könne ein Unternehmen auch ohne Rechtsgrundlage, „in der Hoffnung, dass die Beschäftigten mürbe werden.“ Im nächsten Schritt werde oft eine etwas höhere Abfindung angeboten, die viele Mitarbeiter dann dankend annehmen.

Zara ist eine Tochterfirma des spanischen Textil-Giganten Inditex, dem unter anderem auch die Modemarken Massimo Dutti, Pull & Bear oder Bershka gehören. „Wir haben die Vermutung, dass Inditex bei Zara zunehmend Werkvertragsunternehmen einschleusen will“, sagt Datz. Im Prinzip also Leiharbeiter. Im Logistikbereich habe der Textilhändler das bereits umgesetzt. „Das sind keine Zara-Angestellten mehr. Daher glauben wir, dass auch der Verkaufsbereich zunehmend über Werkverträge laufen soll.“ Und die, so der Verdacht, würden von Inditex kommen. „Inditex ist ja ein Universum für sich, mit unzähligen Tochterfirmen. Unsere Vermutung ist aktuell, dass die Leiharbeitsfirmen ebenfalls in einer Verbindung zu Inditex stehen.“ Heißt: Zara würde sich Angestellte von einer Firma leihen, die ebenfalls Inditex gehört.

Einen Shitstorm auf Twitter erlebte Zara zu Beginn des Jahres, als der Konzern eine eher fragwürdige Kampagne lancierte.

Bei Zara Deutschland dementiert man die Vorwürfe. „Wir möchten Ihnen bestätigen, dass keiner unserer Mitarbeiter durch Zeitarbeitskräfte ersetzt wird. Außerdem möchten wir versichern, dass Zara sich stets dazu verpflichtet, sichere, stabile und attraktive Arbeitsplätze zu bieten“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme auf Anfrage unserer Zeitung. „Unsere Mitarbeiter haben einen sehr hohen Stellenwert für uns, da jeder Einzelne von ihnen einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leistet“, heißt es darin weiter. In den Münchner Filialen biete man „vielen Kollegen individuelle Arbeitszeitmodelle an, die es ihnen ermöglichen, ihren persönlichen Verpflichtungen nachzukommen“.

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