+
Jennifer (†26) aus Neuperlach.

Münchnerin auf dem Südfriedhof beerdigt

Tod unter mysteriösen Umständen - Wurde Jennifer ermordet?

Endlich kann Jennifer (†26) aus Neuperlach ihre letzte Ruhe finden. Drei Monate, nachdem die junge Mutter tot aus dem Inn bei Kufstein geborgen wurde, hat ihre Familie sie am Südfriedhof zu Grabe getragen.

Ihre Angehörigen allerdings können mit dem Tod der jungen Serbin nicht abschließen. Sie wollen wissen, wie Jennifer ihr Leben verloren hatte. „Es muss jemand nachgeholfen haben“, sagen sie. „Sie hat sich nicht selbst im Fluss ertränkt.“ Fakt ist: Jennys Schwiegervater (42), der in Wörgl (Tirol) wohnt, sitzt in Untersuchungshaft – wegen Mordverdachts!

An die 200 Familienangehörige und Freunde hatten sich am Freitag in der Aussegnungshalle versammelt. In der Mitte der weiße Sarg, daneben ein großes Foto der hübschen Frau. Immer wieder brachen ihre Tanten in Wehklagen aus. „Jennifer, du wirst immer in unserem Herzen sein“, sagte eine Freundin mit tränenerstickter Stimme. Nach der Zeremonie machte sich die Trauergemeinde auf zum orthodoxen Teil des Südfriedhofs.

Die mysteriösen Todesumstände – über sie wurde auch an diesem Tag gesprochen. Am 2. Februar war die Mutter zweier Söhne (2 und 4 Jahre) nicht von der Arbeit nach Hause gekommen. Videoaufnahmen zeigten später, wie sie von einem Taxibus von der Arbeit abgeholt wurde. Die österreichischen Ermittler gehen davon aus, dass Jennifers Schwiegervater am Steuer saß.

Über 200 Familienangehörige und Freunde begleiteten Jennifer auf ihren letzten Weg. Die junge Serbin, die bis zu ihrer Heirat in München lebte, kam unter mysteriösen Umständen ums Leben.

Am 1. April schließlich bargen Rettungskräfte am Innrechen in Kirchbichl/ Kufstein eine Leiche aus dem Wasser. Schnell konnte die Tote anhand ihrer Kleidung und ihres Tattoos identifiziert werden. Der Schwiegervater, der schon wegen Mordverdachts zwei Wochen in U-Haft gesessen hatte, wurde erneut verhaftet. Er bestreitet, etwas mit Jennifers Tod zu tun zu haben.

Die Obduktion ergab: Jennifer V., die sich von ihrem Mann in Tirol trennen wollte, war ertrunken. Ob sie dabei bei Bewusstsein war, konnte nach zwei Monaten im Wasser nicht mehr festgestellt werden. Ein Gewaltverbrechen ist somit nicht nachweisbar. Jetzt soll eine Untersuchung auf Kieselalgen möglicherweise Aufschluss über Jennifers Tod geben. Werden diese Algen nicht gefunden, ist Jennifer nicht ertrunken. Dann war sie schon tot, als sie ins Wasser gelangte!

Damit Jennifers Schicksal nicht vergessen wird, hat die Familie eine Facebook-Seite eingerichtet: „Gerechtigkeit für Jennifer Vasic“. Da der Ehemann sich an der Beerdigung finanziell nicht beteiligt und Anwälte teuer sind, bittet die Familie zudem um Spenden. 

Auf dem orthodoxen Teil des Münchner Südfriedhofs fand Jennifer ihre letzte Ruhe in einem weißen Sarg. Die Familie kämpft jetzt um das Sorgerecht für ihre beiden Kinder.

jam

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trotz Gehaltssteigerung: Lohnplus für Erzieher soll bleiben
Obwohl die Gehälter seit einer Tarifeinigung gestiegen sind, will die Stadt die Arbeitsmarktzulage für Erzieher weiter beibehalten - laut dem Referat für Bildung und …
Trotz Gehaltssteigerung: Lohnplus für Erzieher soll bleiben
Verspätungen auf der Stammstrecke - aus zwei Gründen
In unserem News-Ticker informieren wir Sie über Störungen und Verspätungen auf Münchens S-Bahn-Linien. 
Verspätungen auf der Stammstrecke - aus zwei Gründen
125 Jahre Narrhalla: Gipfeltreffen der narrischen Hoheiten
Einmal Prinzessin – immer eine Majestät: In der Faschingsszene scheint das Gesetz zu sein. Die Narrhalla feiert heuer ihr 125-jähriges Bestehen. 
125 Jahre Narrhalla: Gipfeltreffen der narrischen Hoheiten
Ärger um die Bürgerbüros: So will das KVR gegen das Chaos vorgehen
Lange Schlangen, nervige Wartezeiten: Ein Besuch im Bürgerbüro wird häufig zur Geduldsprobe. Im Stadtrat soll nun ein neues Standortkonzept beschlossen werden – mit mehr …
Ärger um die Bürgerbüros: So will das KVR gegen das Chaos vorgehen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion