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Mittlerweile ein Team: Georg Hörtnagel (l.) hat sich mit Münchenmusik-Chef Andreas Schessl „verpartnert“.

Nach Karriere eigene Agentur gegründet

„Musiker geblieben“: Hörtnagel wird am Sonntag 90 Jahre alt

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München - Georg Hörtnagel feiert am Sonntag seinen 90. Geburtstag. Der Allgäuer hat eine unvergleichliche Karriere hingelegt und ist der Musik dabei immer treu geblieben.

Franz Schuberts Forellenquintett kennt er mutmaßlich besser als der Komponist. Über 700 Mal hat Georg Hörtnagel hier den Kontrabass gespielt, und das mit den prominentesten Partnern der Zunft. Mit dem Beaux Arts Trio und Pianist Menahem Pressler etwa oder mit dem Borodin Quartett und Svjatoslav Richter. Am günstigsten verlief die Sache, wenn sich dabei nicht nur künstlerischer Erfolg einstellte, sondern Hörtnagel sich selbst keine Gage zahlen musste - als Chef einer der renommiertesten Konzertagenturen.

Am Sonntag feiert der Musikus mit der Doppelkarriere 90. Geburtstag. Durchsetzungsfähigkeit bewies der Münchner schon früh. Der Bub mit den (O-Ton) Bauernpratzen brannte einst durch, verließ den elterlichen Hof im Allgäu, um in München seiner Leidenschaft nachzugehen: Er spielte Jazz in Soldatenclubs, finanzierte damit ein Hochschulstudium, schaffte den Sprung ins Bayerische Staatsorchester.

Schwere Handverletzung beendet Opern-Karriere

18 Jahre lang war Hörtnagel am hiesigen Opernhaus, bevor eine schwere Handverletzung diese Karriere beendete. Hörtnagel blieb bei der Musik und gründete seine Agentur. Die wurde rasch zu einer Premiummarke. Vor allem Kammermusik bot Hörtnagel an und holte die ganz Großen auf die Podien in der Landeshauptstadt, in Nürnberg und seit einigen Jahren auch in Polling.

Viele Künstlerfreundschaften entstanden - die Prominenten spürten schnell, dass sie da von einem Mann auf Augenhöhe engagiert wurden. „Ich bin in der Branche eigentlich ein Outsider, weil ich bis heute Musiker geblieben bin“, sagte Hörtnagel einmal.

Höchstes Niveau ohne Blendeffekte garantiert

Sein weiteres Geheimnis: Die Agentur war nie ein unpersönliches, zu stark expandierendes Unternehmen, sondern blieb Familienbetrieb. Man ging zu Hörtnagel, ob Künstler oder Publikum, weil dort höchstes Niveau ohne Blendeffekte garantiert war.

Im Herbst 2015 gab es dann einen Umbruch. Andreas Schessl, Chef von Münchenmusik, stieg in die Firma ein. Keine Übernahme, wie beide betonten, sondern eine „Verpartnerung“. Die Marke Hörtnagel blieb erhalten, und der Senior nahm dies locker: „Mir ist es ganz recht, dass es nun vernünftig weitergeht.“

Markus Thiel

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