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Eine Schaufensterpuppe mit einer Wintermütze steht vor dem Werbeposter für den Winterschlussverkauf (Archivbild).

Die Mutter der Rabatt-Schlachten

München - Die Preise sind zwar schon seit Wochen im Sinkflug, ab Montag aber wird es noch billiger. Der Winterschlussverkauf beginnt. Hier erfahren Sie alles Wichtige zur Mutter der Rabatt-Schlachten. 

Wer dieser Tage durch die Innenstadt flaniert, merkt recht wenig davon, dass es bereits seit dem Jahr 2004 keinen gesetzlich geregelten Winterschlussverkauf mehr gibt. Riesige rote Prozentzeichen prangen in den Schaufenstern, allerorten werden Rabatte angepriesen.

Der Winterschlussverkauf (WSV) ist lebendig wie eh und je. Der klassische zweiwöchige WSV beginnt allerdings erst am Montag. Die Kunden dürfen sich laut Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern (HBE) auf drastisch reduzierte Preise freuen: „Der WSV ist die Mutter aller Rotstiftpreise“. Rabatte bis zu 70 Prozent seien keine Seltenheit. Dank des bislang ungewöhnlich milden Winters seien die Lager der Textil- und Wintersporthändler voller als sonst. Das führt zu einem harten Preiswettbewerb unter den Händlern.

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„Die Winterware muss raus, um Platz für die Frühjahrsund Sommerartikel zu schaffen“, erklärt Ohlmann. Schnäppchenjäger erwarte in diesem Jahr „qualitativ hochwertige Markenware zu extrem niedrigen Preisen.“

Seit der Abschaffung des gesetzlich geregelten Schlussverkaufs im Jahr 2004 darf der Einzelhandel ganzjährig Rabattaktionen anbieten. Das schleppende Geschäft dieser Wintersaison hat dazu geführt, dass schon seit der Vorweihnachtszeit regelrechte Rabattschlachten im Einzelhandel toben. „Bei uns läuft der Schlussverkauf mit Rabatten bis zu 50 Prozent schon seit einiger Zeit“, bestätigt Hans-Jürgen Gladasch, Geschäftsführer von Karstadt am Bahnhofsplatz. „In den nächsten 14 Tagen werden wir aber die Preise noch weiter reduzieren.“ das Ziel ist klar: „Wir wollen alles rausverkaufen.“

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Auch bei Sport Schuster in der Rosenstraße stehen die Zeichen schon seit Mitte Januar auf Schlussverkauf: „Wir geben gerade Vollgas“, sagt Sortimentsleiterin Ines Dangl. „Vor Weihnachten hat das Wetter noch nicht mitgespielt, aber mit dem jetzt einsetzenden Winterwetter liegen wir aktuell im Plus zum Vorjahr.“ Bernd Ohlmann vom HBE ergänzt: „Das Geschäft mit Wintersportartikeln ist sehr temperatursensibel. Sinken die Temperaturen, steigt die Nachfrage.“ Das hinter den Erwartungen zurückgebliebene Weihnachtsgeschäft werde der Textil- und Sporthandel jedoch auch im Schlussspurt nicht mehr gänzlich wettmachen können.

Doch wofür gibt es eigentlich noch den klassischen Winterschlussverkauf, wo doch die Preise schon seit Wochen purzeln? Ohlmann führt dafür zwei Gründe an. „Der Verbraucher hat den Winterschlussverkauf für Ende Januar noch im Hinterkopf, genauso wie den Sommerschlussverkauf für Ende Juli. Die Kunden haben sich an diesen Startschuss zu Bayerns billigsten Wochen gewöhnt.“ Deshalb nehmen drei Viertel der Einzelhändler in Bayern am WSV teil. Zusätzlich habe er eine Signalfunktion für die einsetzende Frühlingssaison. Bleibt die Hoffnung für den Einzelhandel, dass dann auch das Wetter mitspielt.

Von Angelo Rychel

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