Noch ist die 16er-Tram, hier an der Mae West am Effnerplatz, die neueste Linie. Nun kommen die Linien 22 und 28 dazu.

Das müssen Sie zum Fahrplanwechsel wissen 

Was sich bei U-Bahn, Bus und Tram ändert

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München - Ein dichterer Takt auf den U-Bahn-Linien U2 und U3, zwei neue Tram-Linien und ein neuer Metrobus: Das sind die größten Neuerungen, die die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember einführt.

Die Kapazität des Münchner U-Bahn-, Bus- und Tramnetzes wird um 1,6 Prozent erweitert. Gleichzeitig steigen die Ticketpreise um 3,7 Prozent im Schnitt. Mit Einschränkungen müssen Nahverkehrsnutzer aber auch rechnen – wegen Bauarbeiten und wegen der Rad-Probleme der 14 Variobahnen, die möglicherweise erst im Frühjahr 2013 zugelassen werden. Der Hersteller tauscht derzeit sämtliche Räder aus, an denen Gummikörper porös sind. Erst wenn sich die neuen Gummiteile als haltbar erweisen will die Regierung von Oberbayern den Bahnen die Zulassung erteilen. Zuvor muss sich die MVG mit einsatzbereiten Variobahnen sowie fünf alten P-Zügen aus den 60er-Jahren behelfen. Andreas Nagel vom Fahrgastverband „Aktion Münchner Fahrgäste“ nennt die Neuerungen eine „kümmerliche Angebotsverbesserung“. Die Einzelheiten:

U-Bahn

Auf der Linie U2 fahren montags bis freitags von 10 bis 12.30 Uhr zwischen Kolumbusplatz, Hauptbahnhof und Milbertshofen alle 5 Minuten Züge anstatt wie bisher alle 10. Unter der Woche herrscht so von 6.40 bis 19.20 Uhr durchgehend der 5-Minuten-Takt.

Wegen des großen Besucherandrangs rund um den Olympiapark gibt es samstags zwischen 11.30 und 19.30 Uhr Verstärkerzüge zum Olympiazentrum. Sie fahren im 10-Minuten-Takt von Sendlinger Tor bis Scheidplatz auf dem Linienweg der U2, biegen dort auf die U3 ab und enden am Olympiazentrum. Insgesamt herrscht so ein 5-Minuten-Takt.

Die U3 fährt freitags zu Schulzeiten von 12.30 bis 19.30 Uhr zwischen Münchner Freiheit und Fürstenried West im Fünf-Minuten-Takt.

Nachts mehr Platz: In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag oder einen Feiertag werden die Züge der U4 und U5 bis Betriebsschluss nicht mehr verkürzt. Die U5 fährt mit sechs Wagen, die U4 mit vier.

Trambahn

Die neue Tram-Linie 22 fährt an Vorlesungstagen zwischen Karlsplatz (Stachus) und der neuen Wendeschleife an der Hochschule München (Lothstraße), zunächst ganztägig im 10-Minuten-Takt. Mit der Ergänzung zu den Linien 20 und 21 ergibt sich ein 3,3-Minuten-Takt. In Spitzenzeiten wird der Fahrplan morgens auf einen 2,5-Minuten-Takt verdichtet. Fahrplanmäßig wird diese Verdichtung allerdings erst, wenn die neuen Züge vom Typ Variobahn nach Behebung des Serienschadens zuverlässig zur Verfügung stehen. Vorher fahren so weit wie möglich Verstärkerzüge. Zum Westfriedhof fahren die Linien 20 und 21 alle 5 Minuten. Der Abschnitt Westfriedhof – Moosach Bahnhof wird weiterhin von der Tram 20 im 10-Minuten-Takt bedient.

Zwischen Sendlinger Tor und Scheidplatz fährt montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr alle 10 Minuten die neue Verstärkerlinie 28. Damit ergibt sich – in Kombination mit der künftig ebenfalls im 10-Minuten-Takt fahrenden Linie 27 – zwischen Sendlinger Tor und Kurfürstenplatz ein 5-Minuten-Takt. Zwischen Kurfürstenplatz und Petuelring verkehrt die Linie 27 alle 10 Minuten.

Auf der Linie 27 gibt es zudem eine Taktverdichtung am Abend: An allen Tagen fährt die Tram von 20.30 bis 22 Uhr alle 10 statt alle 20 Minuten.

Die vor drei Jahren eingeführte „Parkstadt-Tram“ 23 von der Münchner Freiheit nach Schwabing Nord fährt montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit am Vormittag und Nachmittag alle 7,5 statt alle 10 Minuten.

Auch die geplante Taktverdichtung der Trambahn-Linien 15/25 zwischen Max-Weber-Platz und Großhesseloher Brücke verzögert sich wegen der Probleme mit den Variobahnen. Bis sie zugelassen sind, gilt ein Übergangsfahrplan, der unverändert dem bisherigen Angebot entspricht. Je nach Fahrzeugverfügbarkeit will die MVG einzelne Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit durchführen.

Busse

Der StadtBus 152 (Landshuter Allee – Rotkreuzplatz – Ostbahnhof) wird zum Metrobus 62 aufgewertet und beschleunigt: Die neue Linie verkehrt an allen Tagen der Woche im 10-Minuten-Takt und überwiegend mit großen Gelenkbussen. Durch die Beschleunigung sparen die Busse sieben Minuten Fahrzeit.

In Schwabing gilt ein neues Linienkonzept: Neben der neuen Tramlinie 28 und der Taktverdichtung auf der U2 profitiert Schwabing auch von Verbesserungen beim Bus: Der neue Stadtbus 142 übernimmt den Abschnitt Scheidplatz – Barlachstraße (Pfennigparade) – Münchner Freiheit (bisher Stadtbus 144). Der Stadt-Bus 144 fährt dafür von der Münchner Freiheit über die Hohenzollernstraße (zurück durch die Herzogstraße) bis zum Neubaugebiet am Ackermannbogen. Er verstärkt den Metrobus 53 zwischen Münchner Freiheit und Barbarastraße und ersetzt den Stadtbus 154 zwischen Nordbad und Ackermannbogen. Durch die Linienänderung entsteht zwischen Nordbad und Münchner Freiheit tagsüber ein 5-Minuten-Takt, abends ein 10-Minuten-Takt. Die Bewohner des Neubaugebiets am Ackermannbogen bekommen damit eine schnelle Direktverbindung zum U-Bahnhof Hohenzollernplatz.

Der Metrobus 51 bekommt eine neue Haltestelle: Zwischen „Laim Bahnhof“ und „Herthastraße“ kommt der neue Halt „Winfriedstraße“ zur besseren Erschließung des dortigen Neubaugebiets hinzu. Auch Besucher des Hirschgartens profitieren von dieser Haltestelle. Hier hält künftig auch die Nachtlinie N48.

Der Stadtbus 131 zwischen Am Knie und Implerstraße fährt montags bis freitags bis 21 Uhr, je Richtung gibt es nach Ladenschluss um 20 Uhr zwei zusätzliche Fahrten.

Eine zusätzliche Fahrt gibt es beim Stadtbus 132 an Schultagen wegen des hohen Fahrgastaufkommens: Sie startet um 7.17 Uhr an der Forstenrieder Allee und kommt um 7.32 Uhr am Harras an.

Auf den Strecken der Stadtbusse 133 und 151 kommen mehr Gelenkbusse als bisher zum Einsatz.

Der Stadtbus 135 hält von Frühjahr 2013 an zwischen den Haltestellen Floßlände und U-Bahnhof Thalkirchen zusätzlich an der Maria-Einsiedel-Straße (Höhe Geitauer Straße).

Zur Erhöhung der Pünktlichkeit der Metrobus-Linie 50 hebt die MVG die Verknüpfung der Linien 143 und 50 auf. Stattdessen fährt der Stadtbus 143 in der Hauptverkehrszeit teilweise weiter als Metrobus-Linie 60 bis Max-Wönner-Straße (Verstärkerfahrten). In den Abendstunden und sonntags (ganztags) setzt der 143er seine Fahrt als Stadtbus-Linie 175 nach Ludwigsfeld fort.

Eine zusätzliche Fahrt macht der Stadtbus 147 montags bis freitags an Schultagen: Um 7.07 Uhr ab Kiefernstraße. Ziel ist der U-Bahnhof St.-Quirin-Platz.

Zur besseren Anbindung des neuen Ärztezentrums Freiham fahren die Stadtbusse der Linie 157 montags bis freitags auch vormittags alle 20 Minuten. Mit dem Tag der Inbetriebnahme des neuen S8-Bahnhofes Freiham, voraussichtlich am 13. September 2013, entfällt der Stadtbus 157.

Der Stadtbus 170 fährt einmal mehr: Montags bis freitags startet der zusätzliche Bus um 6.16 Uhr an der Grusonstraße Richtung Kieferngarten.

Ebenfalls einmal mehr fährt der Stadtbus 172 montags bis freitags an Schultagen – um 6.59 Uhr ab Karlsfeld Post (Ankunft: 7.14 Uhr am Bahnhof Feldmoching).

Der Stadtbus 181 fährt in der Hauptverkehrszeit an Schultagen drei Mal öfter, und zwar um 6.55, 7.25 und 7.55 Uhr ab Wallnerstraße (ohne Stichfahrt über den Bayerischen Rundfunk) zur Studentenstadt. Außerdem wird der Bayerische Rundfunk in Freimann besser angebunden: Auch samstags und sonntags halten die Busse an den Haltestellen Sondermeierstraße und Bayerischer Rundfunk.

Der Stadtbus 185 hält künftig auch an der neuen Haltestelle Baumkirchner Platz.

Auf der Linie des Stadtbusses 192 gilt künftig montags bis freitags von 9 bis 19.30 Uhr ein 10-Minuten-Takt.

Der Stadtbus 194 zwischen Trudering Bahnhof und Nauestraße fährt nach 20 Uhr und am Wochenende öfter. Die Busse kommen nun durchgehend im 20- statt im 30-Minuten-Takt.

Nachtlinien

Auf der Linie N42 entfällt die Fahrt um 1.46 Uhr ab St. Emmeram, da um 1.43 Uhr eine einrückende Tram der Linie 16 fährt.

Die Linie N45 hält künftig auch Richtung Ostbahnhof an der Tribulaunstraße.

Bauarbeiten

Wegen Gleis- und Brückenbauarbeiten fahren auf der U-Bahn-Linie U6 im Sommer 2013 und 2014 Busse anstelle von Zügen zwischen Studentenstadt und Kieferngarten. Umstellen müssen sich Fahrgäste vom 20. Mai 2013 an bis in den August hinein. Ein ähnlicher Zeitraum ist für 2014 vorgesehen.

Auf der Tram-Linie 19 fahren ab 9. Dezember bis Ende 2013 zwischen Willibaldplatz und Pasing Ersatzbusse der Linie 119. Sie fahren in Pasing bereits bis zum Pasinger Bahnhof. Gleiches gilt für die NachtTram N19. Der Schienenersatzverkehr ist nötig, weil die Tramstrecke vom Pasinger Marienplatz zum Pasinger Bahnhof verlängert wird, weil die Gleise in der Landsberger Straße zwischen „Am Knie“ und „Pasinger Marienplatz“ erneuert werden und die Stadtwerke Fernwärmearbeiten durchführen. Von der St.-Veit-Straße bis zum Willibaldplatz verkehren die Trambahnen der Linie 19 wie üblich. Der Anschluss zu den Nachtlinien N80 und N81 besteht weiter, jedoch nun am Pasinger Bahnhof. Die Linien N47, N80 und N81 fahren nicht mehr über den Pasinger Marienplatz.

Caroline Wörmann

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