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Baustelle am Pasinger Bahnhof: Tramgleis in der Gleichmannstraße - es wird weiter einiges getan, um die Strecken in Schuss zu halten. 

Neues bei U-Bahn, Bus und Tram

MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden

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Volle U-Bahnen, zu lange Wartezeiten - unzufriedene Fahrgäste: Die Münchner Verkehrsgesellschaft will Schluss machen damit. Wir erklären, was ab dem Fahrplanwechsel im Dezember besser werden soll. 

München - Weil die Stadt wächst und wächst, kommen die öffentlichen Verkehrsmittel an den Rand ihrer Möglichkeiten. Für den Fahrplanwechsel im Dezember plant die MVG daher Neuerungen, die vor allem eine engere Taktung betreffen. Bei der Tram kommt es aber auch zu gravierenderen Änderungen. Die tz erklärt die wichtigsten Pläne, die heute im Wirtschaftsausschuss vorgestellt werden.

MVG-Offensive: Das ist für die Tram geplant

Die MVG hat weiterhin viel zu tun, um die Strecken in Schuss zu halten. Sie teilt mit: „Auch die nächsten Jahre sind von vielen Großbaustellen und hohem Erneuerungsbedarf geprägt.“ Zudem können während der Hauptverkehrszeit keine zusätzlichen Trams mehr eingesetzt werden. „Deshalb sind nur fahrzeug­neutrale Liniennetzänderungen oder Taktverdichtungen möglich.“ Weitere neue Fahrzeuge sollen erst 2018 und 2019 ausgeliefert werden – heuer besteht also keine Aussicht auf Besserung. 

Eine Maßnahme, die nichts kostet und viel bringen soll, ist der Linienast-Tausch im Osten. Betroffen sind die Linien 16, 17 und 18. Die Tram 16 wird von der Tram 18 den Abschnitt Sendlinger Tor – Isartor – Lehel – Effnerplatz übernehmen. Die Tram 17 übernimmt wiederum den Abschnitt Sendlinger Tor – Isartor – Max-Weber-Platz – Effnerplatz – St. Emmeram von der Tram 16. Die Tram 18 fährt nicht mehr zum Effnerplatz, sondern übernimmt von Tram 17 den Abschnitt Sendlinger Tor – Fraunhoferstraße – Ostfriedhof – Schwanseestraße. Der Grund: Besonders im Lehel und am Max-Weber-Platz ist die Tram stark frequentiert. Durch das Neubaugebiet Prinz-Eugen-Park dürfte die Zahl der Fahrgäste noch weiter steigen. Die jetzige 17er in Au/Giesing ­käme dagegen mit kleineren Trambahnen aus. Also übernimmt diesen Abschnitt künftig die vom Gondrellplatz kommende Linie 18, auf der durchgängig die kleineren Fahrzeuge verkehren. Außerdem soll auf den Linien 21 und 27 der Takt an Wochenenden und abends verdichtet werden.

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MVG-Offensive: Was sich beim Busverkehr ändern soll

Für den Busverkehr plant die MVG auf zahlreichen Linien einen dichteren Takt. Das große Projekt ist aber der City-Ring. Die bestehenden Bus-Linien 58, 148 und 150 sollen so kombiniert werden, dass sie gemeinsam einen Ring um die Innenstadt herum bedienen (siehe Karte oben). Mit diesem Ring verfolgt die MVG gleich mehrere Ziele: Die U-Bahn soll entlastet werden, ebenso der 154er-Bus.

Paket Dringlichkeit A:

MetroBus 58, StadtBus 148/150: Ringschluss in der Innenstadt: Die bestehenden Buslinien 58, 148 und 150 werden kombiniert. Damit entsteht ein attraktiver CityRing (siehe Grafik). Die neue Linie soll auch die U-Bahn entlasten, den MetroBus 54 zwischen Ostbahnhof und Tivolistraße verstärken sowie den StadtBus 154 im Zulauf Giselastraße entlasten. Die Busse fahren Mo. bis Sa. tagsüber alle 10 Minuten. Abschnitt Hauptbahnhof-Silberhornstraße ab September alle 5 Minuten. Im Abschnitt Ostbahnhof–Kirchenstraße–Max-Weber-Platz (bisher Bus 148) wird der StadtBus 155 ab Ostbahnhof zum Max-Weber-Platz verlängert. Damit bekommen Fahrgäste aus Ramersdorf eine direkte Anbindung an die U4 und die Tram Richtung St. Emmeram.

MetroBus 50: In den Ferien wird der Takt in den Hauptverkehrszeiten teils verdoppelt: Die Busse fahren Mo.-Fr. alle 5 Minuten zwischen Frankfurter Ring und Studentenstadt. Die Taktverdichtung kommt morgens und weitgehend auch am Nachmittag.

MetroBus 55: In den Ferien fahren die Busse im Hauptverkehr zwischen Ostbahnhof und Waldperlach Mo.-Fr. alle 6/7 statt 5 Minuten.

MetroBus 63: In den Hauptverkehrszeiten ist von Mo.-Fr. zwischen Heimeranplatz und Aidenbachstraße an Schultagen ein 5- statt 10-Minuten-Takt vorgesehen.

StadtBus 130: Die Busse kommen Mo.-Fr. bis 20 Uhr auf der gesamten Linie zwischen Harras und Pasing Bf. alle 10 statt alle 20 Minuten.

StadtBus 134 und 166: Montags bis freitags fährt morgens ein zusätzlicher Verstärkerbus für Schüler: ab Obersendling über Eberlestraße, Nesselwangerstraße (ohne Bedienung des Halts Bad Forstenried) und Vinzenz-Schüpfer-Straße und weiter wie der Bus 166 bis Fürstenried West.

StadtBus 155: Zur Beibehaltung der Feinerschließung wird der StadtBus 155 ab Ostbahnhof zum Max-Weber-Platz verlängert. Damit bekommen Fahrgäste aus Ramersdorf eine direkte Anbindung an die U4 und die Tram St. Emmeram.

StadtBus 162: Zwischen Amalienburgstraße und Eichelhäherstraße fahren die Busse montags bis freitags eine Stunde länger bis 20 Uhr im 10- statt 20-Minuten-Takt,

StadtBus 172: Zwischen Feldmoching Bf. und Siedlung Ludwigsfeld/Karlsfelder Straße verkehren die Busse Mo.-Fr. an Schultagen im Hauptverkehrs morgens und abends alle 10 statt 20 Minuten. Voraussetzungen: Wegfall von Parkplätzen in der Kristallstraße; bei Weiterführung des 10-Minuten-Taktes nach Dachau mehr Kapazitäten im Busbahnhof Dachau: Mitfinanzierung durch den Landkreis Dachau.

StadtBus 175: Die Busse fahren während der Hauptverkehrszeiten montags bis freitags zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Ludwigsfeld (Campingplatz) alle 10 statt 20 Minuten.

Paket Dringlichkeit B:

MetroBus 55: Mittags fahren zwischen Ostbahnhof und Waldperlach die Busse montags bis freitags an Schultagen zwischen 13 und 15 Uhr alle 6/7 statt 10 Minuten.

MetroBus 62: Die Linie fährt Mo.-Fr. ganztags im 6/7-Minuten-Abstand.

StadtBus 139: In den Hauptverkehrszeiten fahren die Busse zwischen Giesing und Klinikum Harlaching montags bis freitags an Schultagen alle 10 statt 20 Minuten.

StadtBus 143: Die Linie wird abends und sonntags von der Blutenburg bis Neuaubing West verlängert. Bisher fahren die Busse nur Mo.-Sa. tagsüber bis Neuaubing.

StadtBus 145: An Sonn- und Feiertagen wird der Takt verdoppelt: Die Busse fahren tagsüber auf der ganzen Linie im 10- statt 20-Minuten-Takt.

StadtBus 153: Im Winter mit höheren Fahrgastzahlen fahren die Busse montags bis freitags immer morgens und nachmittags alle 5 statt 10 Minuten zwischen Odeonsplatz und Hochschule München.

StadtBus 162/163: Einführung Sonntagsbetrieb beim Bus 163 zwischen Moosach Bf. und Krautheimstraße im 20-Minuten-Takt; damit entsteht auf dem gemeinsam mit der Linie 162 befahrenen Abschnitt ein 10-Minuten-Takt.

StadtBus 164: Morgens zwischen Allach und Westfriedhof 10- statt 20-Minuten-Takt an Schultagen.

StadtBus 168: An Sonn- und Feiertagen fahren die Busse tagsüber auf der ganzen Linie zwischen Nymphenburg Süd und Wastl-Witt-Straße im 10-Minuten-Takt.

StadtBus 177: Die Linie 177 Petuelring–Studentenstadt fährt Mo.-Fr. ganztägig alle 10 statt 20 Minuten.

StadtBus 185: Die Busse fahren auch samstags ab 11 Uhr alle 10 statt 20 Minute im Abschnitt Trudering–Iltisstr.

StadtBus 194: Die Busse bedienen nun auch samstags zwischen . 8 und 20 Uhr Abschnitt Trudering – Moosfeld.

Paket Dringlichkeit C:

Neue Tangente Frankfurter Ring (U2) – Alte Heide (U6) – Arabellapark (U4):

Die Verstärkerfahrten der Linie 50 vom Frankfurter Ring (U2) werden ab Alte Heide (U6) über den Mittleren Ring zum Arabellapark (U4) verlängert, um so Mo.-Fr. alle 10 Minuten eine Tangente zu schaffen. Damit soll die U-Bahn entlastet werden. Zudem gilt so der 5-Min.-Takt zwischen Frankfurter Ring und Alte Heide ganztags..

ExpressBus X30: Die Expresslinie wird nach Westen verlängert: ab Harras bis Hirschgarten (S-Bahn) bzw. Steubenplatz (Tram 16/17). Voraussetzung: Schaffung einer Busspur auf der Friedenheimer Brücke.

Aubing: Geprüft wird eine neue Linie Aubing Bf.–Joseph-Suder-Bogen–Hornberger Straße–Englburgstaße–Westkreuz zur Feinerschließung der Quartiere und deren Anbindung an die S-Bahn. Geplant: 20-Minuten-Takt.

Weitere Planungen: Zu weiteren in Untersuchung befindlichen Verbesserungen zählen eine neue Linie für das Quartier an der Paul-Gerhardt-Allee, die Verlängerung der Linie 160 von Allach nach Karlsfeld sowie Ausweitungen im Nachtverkehr.

Einen Ringschluss in der Innenstadt strebt die MVG an, die Grafik zeigt wo und wie. 

MVG-Offensive: Das ist für die U-Bahn geplant

Bereits seit April ist die Linie U7 bis zum Olympia-Einkaufszentrum verlängert worden. Damit verkehren die U-Bahnen zwischen OEZ und Westfriedhof im Fünf-Minuten-Takt, solange die U7 unterwegs ist. Außerdem sollen U1, U2, U5 und U7 besser aufeinander abgestimmt werden. Auch bei der U3 und gegebenenfalls der U6 soll es zu einer Anpassung der Taktlagen kommen. Hauptziel der MVG: ein dichterer Takt als bisher. Besonders dringlich: Die U4 soll künftig in den Ferien genauso verkehren wie in der Schulzeit und dann im Fünf- statt im Zehn-Minuten-Takt fahren. Außerdem sollen die Linien U2 und U5 nachmittags eine halbe Stunde länger alle fünf Minuten zur Messe fahren. 

Paket Dringlichkeit A:

U4: In den Schulferien wird der Takt teilweise verdoppelt: Die Züge kommen montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten im Abstand von 5 statt 10 Minuten. Damit gilt hier: Fahrplan Ferien = Fahrplan Schulzeit. Verdichtung und Vereinheitlichung sollen auch den Anschluss zur Tram 16/18 (künftig 16/17, siehe Text oben) am Arabellapark verbessern. 

Paket Dringlichkeit B: 

U2 und U5: Die Hauptverkehrszeit am Nachmittag wird verlängert: Die Züge der U2 fahren montags bis freitags rund 20 Minuten länger im 5-Minuten-Takt zur Messe, nämlich bis. 20 Uhr. Die U5 kommt bis. 19.30 Uhr alle 5 Minuten, etwa 30 Minuten länger als bisher.

U2: In den Schulferien wird der Takt teilweise verdoppelt: Montags bis freitags fahren die Züge bereits ab 12.30 Uhr durchgängig alle 5 Minuten zwischen Harthof und Messestadt Ost. Bisher setzt der 5-Minuten-Takt im Abschnitt Kolumbusplatz – Messestadt Ost montags bis donnerstags erst gegen 15 Uhr ein. Damit gilt auch hier: Fahrplan Schulzeit = Fahrplan Ferien. 

U5: In den Schulferien wird der Takt teilweise verdoppelt: Die Züge fahren bereits ab 13 Uhr montags bis donnerstags durchgängig im 5- statt 10-Minuten-Takt, ebenso am Freitagnachmittag zwischen Theresienwiese und Neuperlach Zentrum. Damit gilt auch hier: Fahrplan Schulzeit = Fahrplan Ferien. 

Paket Dringlichkeit C: 

U2: Vormittags wird der Takt verdoppelt: Montags bis freitags fahren die Züge auch von 10.30 bis 12.30 Uhr zwischen Kolumbusplatz und Messestadt Ost im 5- statt 10-Minuten-Takt. Damit entsteht ganztägig von 6 bis 20 Uhr ein durchgängiger 5-Minuten-Takt zwischen Harthof und Messestadt Ost. 

U2, U3/U6: Taktverdichtungen am Freitagnachmittag. Die Fahrpläne werden freitags weiter verdichtet und vereinheitlicht: Die U2 fährt auch am Freitagnachmittag von 15 bis 19 Uhr alle 5 statt 10 Minuten vom Harthof bis Feldmoching weiter. Die U3 kommt an FerienFreitagnachmittagen im 5- statt 10-Minuten-Takt zwischen Olympiazentrum und Fürstenried West. Die U6 verkehrt an Ferien-Freitagnachmittagen zwischen Fröttmaning und Klinikum Großhadern ebenfalls im 5- statt 10-Minuten-Abstand.

U4/U5: An Freitagnachmittagen wird das Angebot verdoppelt: Die U4 fährt montags bis freitags alle 5 statt 10 Minuten zwischen Arabellapark und Theresienwiese (analog Montag bis Donnerstag). Die U5 kommt im 5- statt 10-Minuten-Takt von Neuperlach Zentrum und verkehrt anstelle der U4 statt zur Theresienwiese bis Westendstraße. 

U7/U1: Die U7 wird in den Ferien weiter aufgewertet: Sie wird zur Entlastung der U-Bahn-Linie 1 zwischen Sendlinger Tor und OlympiaEinkaufszentrum montags bis donnerstags bereits ab 12.30 Uhr eingesetzt, damit drei Stunden früher als bisher 5- statt 10-Minuten-Takt auf diesem Abschnitt (bisher nur freitags). So soll das Angebot attraktiver werden.

MVG-Offensive: Das sagen die Fahrgäste

Andreas Reichelt (58),Physiker aus Erding: In Zukunft könnte alles ein bisschen größer werden – München wird ja auch größer. Allein wenn man sich die Rolltreppen hier anschaut: Ständig stoßen sich die Leute gegenseitig an. Das gleiche Problem auch in den U-Bahnen selber. Ich möchte nicht jeden Tag eng gedrückt an fremde Personen stehen. Und ich denke, Anderen geht es genauso.

Stephanie Müller (29), Krankenschwester aus der Au: Tram und Bus sollten öfter fahren. Vor allem aber stört mich, dass die Anzeigetafeln oft falsche Zeiten anzeigen. Die U-Bahn versuche ich zu vermeiden. Da passt zwar alles organisationstechnisch, aber die Luft ist mir zu stickig. Am liebsten fahre ich Radl.

Günter Dittebrand (76), Ex-Programmierer, Westend: Ich fahre meistens Bus oder Tram. In der U-Bahn ist mir zu viel los. Das Problem ist, dass sich die Leute dort unmöglich benehmen: Alkohol trinken, rumpöbeln, andere Fahrgäste belästigen. Da gibt es mir einfach zu wenige Sicherheitskontrollen.

Welche lustigen Sprüche man im Münchner Netz so hört, davon erzählt diese Geschichte

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