BVG-Aktion

Berlin macht es vor: Wird es in München einen Fahrschein-Schuh geben?

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Der BVG-Turnschuh gilt bereits jetzt als einer der größten Marketing-Coups des neuen Jahres. Wie denkbar ist ein Sneaker mit Jahresticket für München? Wir haben nachgefragt.

Video: Glomex

München - Menschen, die dick eingepackt auf Campingstühlen die ganze Nacht auf den Verkaufsstart warten - solche Bilder kennt man eigentlich nur vor AppleStores, wenn ein neues iPhone herauskommt. So ging es allerdings auch in Berlin zu, als die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) ein Turnschuh-Paar herausbrachte, das an den Füßen getragen zugleich als Jahreskarte genutzt werden kann. Innerhalb weniger Stunden waren die Sneakers mit U-Bahn-Polster-Muster ausverkauft. Ein durchaus gelungener Marketing-Coup, der weltweite Beachtung fand.

In der Großstadt München wurden dadurch Begehrlichkeiten geweckt - zumindest bei der jüngeren Generation. Doch wird es in München eine ähnliche Aktion geben?

Auf Nachfrage unserer Onlineredaktion lobte der Sprecher der MVG, Matthias Korte die Idee der BVG: „Ein guter Marketing-Gag, der der BVG da gelungen ist. Auch weil wohl niemand der diesen Schuh gekauft hat, ihn als Fahrkarte nutzen wird, sondern eher in die Vitrine stellt.

Turnschuhfieber in Berlin - Fans warten auf den BVG-Schuh

Doch der MVG-Sprecher sieht ein entscheidendes Problem: „Die Aktion hat wenig mit dem Thema Fahrkartenverkauf zu tun. Der Sneaker ist nicht bei jedem Wetter praktikabel, wenn zum Beispiel Schnee liegt.“

Ein weiteres Argument, das dagegen sprechen würde, ist der Kosten-Nutzen-Faktor. Eine Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmitteln kostet in Berlin normalerweise rund 728 Euro (A+B, ohne S-Bahn). Ein Ticket für das Gesamtnetz kostet jährlich 1954 Euro. Für das Münchner Gesamtnetz werden jährlich 2142 Euro fällig. Der BVG-Schuh ging für 180 Euro über die Ladentheke. Stellt sich also die Frage: Wer zahlt die Differenz? Die anderen Fahrgäste, die keinen Fahrkartenschuh bekommen haben? Das wäre wohl nicht gerecht. Ein sehr heikles Thema. 

Ein MVG-Schuh ist also wohl keine Option für München. Matthias Korte bestätigt diesen Eindruck: „Ich verstehe uns als erstes als Verkehrsunternehmen, wenn jemandem sowas einfällt, dann gebührt ihm Respekt. Wir werden das aber nicht nachmachen.“

Rubriklistenbild: © AFP

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