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Wer ­U-Bahn fahren will, muss zukünftig mehr zahlen

Ab Dezember 2017

MVV erhöht die Preise: So teuer werden die Tickets im Einzelnen

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Wer ­U-Bahn fahren will, muss zukünftig mehr zahlen. Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) erhöht die Fahrpreise ab Dezember um insgesamt 1,9 Prozent. Wie sich das Plus auf die Ticketpreise auswirkt lesen Sie hier!

München - Die MVV-Preise steigen, aber erstmals seit Jahren nur moderat. Die Gesellschafterversammlung beschloss am Freitag einstimmig eine Erhöhung um durchschnittlich 1,9 Prozent

Wie berichtet, ging es bei der finalen Sitzung nur noch um die Frage, ob es 1,8 oder 1,9 Prozent sein würden. Die Eins vor dem Komma war sicher, weil die Vertreter der Landeshauptstadt und der Landkreise entsprechend Druck ausgeübt hatten. Die Bahn wollte 3,5 Prozent, der Freistaat zumindest 2,5 Prozent. Münchens Bürgermeister Josef Schmid (CSU) und auch OB Dieter Reiter (SPD) hatten jedoch in seltener Einigkeit sogar eine Nullrunde vorgeschlagen.

Stempel-Tickets werden deutlich teurer, Zeitkarten nur minimal

Beide sind nun mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. Schmid sagte: „OB Reiter und ich konnten gemeinsam eine maßvolle Anhebung des Preisniveaus durchsetzen.“Es bleibe sein Ziel, „dort den Preisspiralen entgegenzuwirken, wo die Stadt die Möglichkeiten dazu hat“. Reiter sprach von einem akzeptablen Kompromiss, der nach Intervention der Stadt zustande gekommen sei.

Warum gab es keine Nullrunde?

Eine Nullrunde sei auch aufgrund der Tarifsteigerungen des eigenen Fahrpersonals und notwendiger Leistungsausweitungen nicht durchsetzbar gewesen. Auch die Landkreise im MVV-Gebiet sind mit dem Beschluss sehr zufrieden. Sie hatten sich schon in den vergangenen Jahren gegen die happigen Preiserhöhungen von 2,8 bis 3,6 Prozent gestemmt, waren damals aber noch an der Mehrheit von Stadt und Freistaat gescheitert. Die 1,9-Prozent-Erhöhung verschaffe eine „Atempause“, sagte der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß, Sprecher der MVV-Landkreise. Auch andere Nahverkehrs-Verbünde wie Hamburg, Köln, Düsseldorf oder Stuttgart hätten 2018 eine Eins vor dem Komma.

Laut MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag ist die aktuelle Tarifanpassung – abgesehen von einigen Nullrunden – die geringste seit Gründung des Verbundes im Olympiajahr 1972. 

Wann gelten die neuen MVV-Ticket-Preise?

Im MVV werden die Fahrpreise jährlich zum Fahrplanwechsel im Dezember angepasst. Im Zonentarif beträgt die Preisanpassung im Durchschnitt 2,9 Prozent, im Zeitkartentarif 1,3 Prozent. 

Die Streifenkarte kostet zum Beispiel künftig 14 statt 13,50 Euro, was einer Erhöhung von 3,7 Prozent entspricht. Der Preis der Einzelfahrkarte (eine Zone) wird von 2,80 auf 2,90 Euro angehoben (plus 3,6 Prozent). Die Jahresabos bei der IsarCard steigen hingegen nur in einer Spanne von 0,8 bis 1,3 Prozent.

Die Preise im Einzelnen: Alle MVV-Fahrkarten im Überblick

 

Ticket

Preis alt

Preis neu

Kurzstrecke

1,40 €

1,50 €

Einzelfahrt (1 Zone)

2,80 €

2,90 €

Einzelfahrt Kinder

1,40 €

1,40 €

Jugendtarif U21 (1 Zone/1 Streifen)

1,35 €

1,40 €

Jugendtarif U21 (ab 4 Zonen/4 Streifen)

5,40 €

5,60 €

Streifenkarte (10 Streifen)

13,50 €

14 €

Kinder-Tageskarte

3,10 €

3,20 €

Single-Tageskarte

Innenraum oder Außenraum

6,60 €

6,70 €

Single-Tageskarte Gesamtnetz

12,80 €

13 €

Single-Tageskarte München XXL

8,80 €

8,90 €

Single-3-Tageskarte

Innenraum oder Außenraum

16,50 €

16,80 €

Gruppen-Tageskarte

Innenraum oder Außenraum

12,60 €

12,80 €

Gruppen-Tageskarte Gesamtnetz

23,90 €

24,30 €

Gruppen-Tageskarte München XXL

15,90 €

16,10 €

Gruppen-3-Tageskarte Innenraum

29,10 €

29,60 €

IsarCard 9 Uhr

Innenraum oder Außenraum

58,90 €

59,60 €

IsarCard 9 Uhr

Gesamtnetz

80,00 €

80,90 €

IsarCard60

Innenraum oder Außenraum

47,60 €

48,10 €

IsarCard60

Gesamtnetz

68,40 €

69,10 €

IsarCard 60 Abo

Innenraum, monatliche Zahlung

47,60 €

48,10 €

IsarCard 60 Abo

Innenraum, jährliche Zahlung

450 €

456 €

IsarCard Woche (2 Ringe)

15 €

15,40 €

IsarCard Abo

2 Ringe, monatliche Zahlung)

54,50 €

55,20 €

IsarCard Abo

2 Ringe, jährliche Zahlung

518 €

522 €

IsarCard Woche (4 Ringe)

21,60 €

22,10 €

IsarCard Abo

4 Ringe, monatliche Zahlung

78,20 €

79,10 €

IsarCard Abo

4 Ringe, jährliche Zahlung

741 €

750 €

IsarCard Woche (8 Ringe)

34,80 €

35,70 €

IsarCard Abo

8 Ringe, monatliche Zahlung

126,30 €

127,80 €

IsarCard Abo

8 Ringe, jährliche Zahlung

1197 €

1212 €

IsarCard Woche (16 Ringe)

61,50 €

 63,10 €

IsarCard Abo

16 Ringe, monatliche Zahlung

222,90 €

225,60 €

IsarCard Abo

16 Ringe, jährliche Zahlung

2115 €

2142 €

* monatliche Zahlung für Jahresabo nur zehnmal pro Jahr, zwei Monate werden geschenkt

* jährliche Zahlung erfolgt in einem Betrag

Das sagen Passagiere mit unterschiedlichen Tickets

Ein Auto lohnt sich auch jetzt nicht.

Ein Auto lohnt sich auch jetzt nicht: Ich nutze immer eine Wochenkarte für sechs Ringe. Weil ich in Kirchheim arbeite, bin ich auf den MVV angewiesen. Wenn man aufrechnet, lohnt sich ein Auto auch nach der MVV-Preiserhöhung nicht. Hinzu kommt noch die Parkplatzsuche, die sonst echt nervig wäre – und auch in der Freizeit fahre ich viel U-Bahn. 

Katharina Strehl (27), Zahnärztin, München

Das ist teuer für Gelegeheitsfahrer.

Das ist teuer für Gelegeheitsfahrer: Ich kaufe mir immer eine Streifenkarte, wenn ich mit den Öffentlichen unterwegs bin. Dass die jetzt zukünftig 14 Euro kosten wird, finde ich total doof. Das ist schon echt teuer für Studenten. Generell nutze ich den MVV nicht so oft – deswegen lohnt sich ein Semesterticket oder eine Monatskarte einfach nicht.
Fatima Karim (21), Studentin aus München

Preiserhöhung ist der Standard.

Preiserhöhung ist der Standard: Für mich rentiert sich nur eine IsarCard 9 Uhr für das Gesamtnetz. Die ist schon viel billiger als eine normale IsarCard. Da ich am Flughafen arbeite, ist der Preis für mich trotzdem akzeptabel – ich nutze das Ticket auch komplett aus. Außerdem ist es ja Standard, dass es jedes Jahr eine Preiserhöhung gibt.
Daniela Molaro (30), Servicekauffrau im Luftverkehr aus München 

Zweite Stammstrecke: Erster Blick in neuen S-Bahn-Tunnel

Meine S-Bahn fällt aus - wir helfen Ihnen sofort

Wir haben für jede S-Bahn-Linie eine Facebook-Gruppe gegründet, in der sich Fahrgäste selbst organisieren können: Bilden Sie Fahrgemeinschaften, wenn Ihre S-Bahn ausfällt. Organisieren Sie ein Taxi und teilen Sie sich mit mehreren die Kosten. Oder bitten Sie andere Betroffene schlicht um Hilfe - oder bieten Sie einen Platz in Ihrem Auto an. Zusammen mit anderen Pendlern sind Sie im S-Bahn-Chaos weniger allein.

Nutzen Sie die Gruppe Ihrer S-Bahn-Linie auch, um sich und andere darüber zu informieren, bis wann ungefähr mit Zug-Ausfällen und -Verspätungen zu rechnen ist. Hier gelangen Sie zur Liste aller S-Bahn-Gruppen auf Facebook.

 Klaus Vick/Dirk Walter

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