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Monatskarten, Streifen abstempeln oder eine Einzelfahrt? Das Preissystem des MVV ist kompliziert. Bald könnte sich alles ändern.

Neuerungen beim MVV

Streifenkarte wird 50 Cent teurer - und dann vielleicht abgeschafft

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München - In Zukunft müssen MVV-Kunden vielleicht nicht mehr über das richtige Ticket nachdenken. Experten erwägen, eine Chipkarte einzuführen, die das Ein- und Aussteigen automatisch registriert. Bis es soweit ist, werden die Tickets aber erstmal wieder teurer.

Vier Zonen mit 16 Ringen, zwei Ringe im Innenraum, der erweitere Innenraum mit vier Ringen: Das Tarifsystem des MVV ist kompliziert und in Teilen ungerecht. Wer in Puchheim wohnt und zum Marienplatz fährt, zahlt 5,40 Euro. Für jemanden eine Station weiter, aus Aubing, reicht hingegen eine Einzelfahrt für 2,70 Euro, weil die Haltestelle gerade noch so in der Innenraum-Zone liegt.

Die  Struktur will der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund bis 2018 überprüfen. Kritisiert werden die hohen Preissprünge zwischen den Zonen und die wenig attraktiven Spezialangebote für junge, alte und sozial schwache Bürger. Beides soll wesentlich verbessert werden.

Ist „Be-In-Be-Out“ die Zukunft?

Das Feinkonzept des bestehenden Systems ist aber nur der erste Schritt. Langfristig will der MVV an einem Pilotprojekt arbeiten. Dem hat der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats am Dienstag grünes Licht gegeben. „Langfristig wollen wir etwas anderes schaffen“, sagt ein Sprecher des MVV zu unserer Onlineredaktion.  

Ob es künftig noch Zonen und Streifenkarten geben wird, ist völlig offen. Fachleute sollen untersuchen, was möglich ist. „Ziel ist, einfacher zu werden, gerecht zu sein, gleichzeitig muss aber auch das Geld reinkommen, um das zu finanzieren.“ Keine leichte Aufgabe.

Im Gespräch ist ein sogenanntes „Be-In-Be-Out“-Verfahren. Dabei trägt der Kunde eine kleine Karte in der Hosentasche, sein Ein- und Aussteigen wird automatisch registriert. Der Preis berechnet sich nach der zurückgelegten Entfernung und der Häufigkeit der Fahrten.

Es wird wieder teurer

Bevor das System grundlegend auf den Kopf gestellt wird, werden aber erstmal die Preise erhöht. Zum Fahrplanwechsel am Sonntag, 11. Dezember, passt der MVV seine Preise an. Im Durchschnitt steigen die Kosten um 2,9 Prozent. Im Zonentarif beträgt die Preisanpassung laut MVV 3,3 Prozent, im Zeitkartentarif 2,7 Prozent. 

Konkret heißt das: Eine Einzelfahrkarte für eine Zone kostet künftig 2,80 statt 2,70 Euro. Die Streifenkarte wird ab Dezember 50 Cent teurer. Für die Gruppen-Tageskarte Gesamtnetz verlangt der MVV 23,90 statt 23,20 Euro. Der Einzelfahrschein Kurzstrecke kostet weiterhin 1,40 Euro.

Alte Fahrkarten gelten bis 31. März 2017

Wer noch Fahrkarten auf Reserve im Geldbeutel hat, braucht nicht nervös werden:  Fahrscheine, die zu den alten Preisen gekauft wurden, gelten noch bis 31. März 2017.

Am deutlichsten werden Nutzer der Monatskarte IsarCard9Uhr Innen- oder Außenraum die Erhöhung spüren. Sie wird um 1,20 Euro teurer und kostet dann 58,90 Euro. 

Zur Diskussion steht auch das Semesterticket für Studenten. Das Studentenwerk befragt die Studenten, ob es das Angebot des MVV annehmen soll. Die Urabstimmung wird bis einschließlich heute (9. November) durchgeführt.

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