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Begehrtes Verkehrsmittel: Die Trambahnen beförderten im Jahr 2015 insgesamt 119 Millionen Fahrgäste.  

In Folge

Elfter Fahrgastrekord: MVG-System platzt aus allen Nähten

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München - U-Bahn, Bus und Tram sind gefragter denn je: Bei allen drei Verkehrsmitteln verzeichnete die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) im Jahr 2015 einen neuen Nachfrage-Rekord. Doch das System stößt bald an seine Grenzen.

Es ist der elfte Rekordwert in Folge. Insgesamt 566 Millionen Fahrgäste waren im Vorjahr mit den MVG-Verkehrsmitteln unterwegs – das waren fast zwei Prozent mehr als 2014 (555 Millionen). Bundesweit lag der Zuwachs beim Öffentlichen Personennahverkehr bei nur 0,5 Prozent.

Beim Bus stiegen die Fahrgastzahlen um rund 3,2 Prozent von 187 auf 193 Millionen. Die MVG führt diese Steigerung vor allem auf Taktverdichtungen, Streckenverlängerungen sowie die Aufwertung des Stadtbus 144 zum MetroBus 59 zwischen Ackermannbogen und Giesinger Bahnhof zurück.

Die Trambahn beförderte 2015 mit 119 Millionen Menschen rund 0,8 Prozent Fahrgäste mehr. Der relativ geringe Zuwachs an Fahrgästen hier sei auf die starken Einschränkungen durch die Großbaustelle am Ostfriedhof zurückzuführen, vermutet die MVG.

Die U-Bahn hatte rund zwei Prozent mehr Fahrgäste – 398 statt 390 Millionen. Die Steigerung liege im Schnitt und spiegele das Bevölkerungswachstum wider, so die Verkehrsgesellschaft. Positive Nachfrageeffekte hätten sich auch durch das Semesterticket ergeben, damit seien jedoch Mindereinnahmen verbunden.

So kann es nicht weitergehen - Politik ist gefragt

Dass die Fahrgastzahlen seit 2004 unablässig steigen, führt MVG-Chef Herbert König auf das „hochattraktive, kontinuierlich ausgeweitete Angebot“ zurück – aber auch auf das massive Wachstum der Stadt und der Region. Endlos könne es aber nicht so weitergehen, warnt der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe, obwohl bald weitere Busse kämen, neue U-Bahnzüge mit mehr Kapazität und im Jahr 2017 größere Trambahnen: „Wir beschaffen zwar kontinuierlich mehr und größere Fahrzeuge, das allein hilft aber nicht weiter, wenn dann bald die Strecken voll sind.“ 

Hier sei die Politik gefragt, sagt der Nahverkehrs-Boss, der Ende Oktober in den Ruhestand geht. Sie müsse „endlich den Weg für die Tram-Westtangente und die Tram-Nordtangente frei machen“ sowie der U9-Spange – der angedachten Strecke von der Giselastraße über den Hauptbahnhof zur Implerstraße als Entlastung der Stammstrecke – „größtmögliche Priorität geben“.

Fahrgastverband ist weniger zufrieden

Kritik kam von Andreas Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste. „Nicht Wunschträume einer U-Bahn nach Germering sind gefragt“, betonte er, „sondern funktionierende Weichen, Signale und Schrankenanlagen.“ Der Fahrgastverband fordert die Wiedereinführung des Zehn-Minuten-Taktes während der gesamten Betriebszeit der U-Bahn, Taktverdichtungen und eine Verdichtung der Trambahnlinie 17 zur Schwanseestraße. Zudem müsse die Tram-Neubaustrecke nach Zamdorf mit einer Innenstadtlinie, etwa der Linie 20, befahren werden.

Aus den aktuellen Zahlen der MVG lasse sich zudem ablesen, welche Folgen die „neuerdings in Mode gekommene Vollsperrung bei Gleisarbeiten bei der Tram hat“. 2015 sei „nur“ die Kreuzung am Ostfriedhof gesperrt gewesen, was bereits zu einem nur sehr geringen Zuwachs an Fahrgastzahlen bei der Tram geführt hat. „In diesem Jahr sind die Hauptgleise am Stachus nicht befahrbar. Die Folgen kann man sich ausmalen.“

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