+
Es wird teurer: Studenten müssen für das verpflichtende Semesterticket und die „Isar Card Semester“ künftig deutlich mehr bezahlen.

Fahrkarte für Studenten

Semesterticket wird deutlich teurer

  • schließen

München - Gute und schlechte Neuigkeiten für Münchner Studenten: Das Semesterticket bleibt, zumindest für das Wintersemester. Allerdings soll die Fahrkarte für Studenten 15 Prozent teurer werden.  

Der Fortbestand des Semestertickets ist gesichert – vorerst aber nur für das Wintersemester 2016/2017. Die beteiligten Verkehrsunternehmen einigten sich gestern mit dem Münchner Studentenwerk auf eine Preiserhöhung, sie soll dem Vernehmen nach bei rund 15 Prozent liegen. Dem Kompromiss müssen am Do0nnerstag noch die studentischen Gremien zustimmen.

Nach zähen Verhandlungen und gegenseitigen Schuldzuweisungen ist gestern der Durchbruch beim Semesterticket geglückt. MVV, MVG, Deutsche Bahn und Bayerische Oberlandbahn verständigten sich mit dem Studentenwerk auf eine Preiserhöhung. Zwar vereinbarten die Parteien Stillschweigen, dem Vernehmen nach wird die Preiserhöhung aber um die 15 Prozent betragen. Die Studenten selbst hatten eine fünfprozentige Anhebung vorgeschlagen, die Verkehrsunternehmen wollten 20 Prozent. Mit dem nun gefundenen Kompromiss kostet das Semesteticket ab dem Wintersemester 2016 statt 62,50 Euro rund 70 Euro.

115.000 Frauen und Männer sind derzeit an den Münchner Hochschulen und Universitäten immatrikuliert. Die Studenten sind bislang für einen „Solidarbeitrag“ von 62,50 Euro pro Semester abends, nachts und am Wochenende im MVV-Netz unterwegs. Den Betrag muss jeder Student bezahlen, ob er will oder nicht. So wird die Finanzierung des Tickets sichergestellt. Freiwillig zubuchbar ist die „Isar Card Semester“. Für zusätzliche 157,60 Euro haben die angehenden Akademiker immer freie Fahrt. Rund 75 Prozent der Studierenden nahmen das Angebot zuletzt wahr. Künftig wird die „Isar Card Semester“ dann rund 180 Euro kosten. Noch sind aber Änderungen möglich, so könnte etwa der Solidarbeitrag stärker steigen als die freiwillig buchbare „Isar Card Semester“, heißt es aus Studenten-Kreisen.

Die Zeit für eine Einigung jedenfalls drängt. Im Oktober beginnt das Wintersemester. Die Münchner Hochschulen und Universitäten haben zum Teil bereits erste Schreiben zur Rückmeldung zum Wintersemester versendet. Dies ist deshalb relevant, weil über das Rückmeldungsverfahren der Solidarbeitrag zum Semesterticket eingezogen wird.

Die Verhandlungs-Bevollmächtigten aus den Reihen der Studenten haben gestern zwar dem Kompromiss zugestimmt, „glücklich“ sei man allerdings nicht, hieß es. Denn noch ist zum Beispiel unklar, wie es nach dem Ablauf des Wintersemesters mit der vergünstigten Fahrkarte weitergeht. Die nun gefundene Einigung bezieht sich lediglich auf das nun kommende Wintersemester. „Was darüber hinaus geschieht, muss zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt werden“, sagt MVV-Sprecherin Beate Brennauer.

Am heutigen Donnerstagabend um 17 Uhr kommen die Studierenden-Vertretungen von Hochschule München, Technischer Universität und Ludwig-Maximilians-Universität zusammen, um über den Kompromiss-Vorschlag zu beraten. Die Treffen dürften kontrovers ausfallen, denn Studenten müssen im teuren München häufig jeden Cent umdrehen. Eine zweistellige Preiserhöhung fürs ÖPNV-Ticket dürfte vielen sauer aufstoßen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Notarzteinsatz am Gleis: Flughafen-Linie S1 unterbrochen
München - Wegen eines Notarzteinsatzes am Gleis ist am Freitagmorgen die Strecke der Linie S1 zwischen Feldmoching und Oberschleißheim gesperrt. Die Sperrung wird …
Notarzteinsatz am Gleis: Flughafen-Linie S1 unterbrochen
Dieter-Hildebrandt-Preis für Josef Hader
Der bekannte österreichische Kabarettist Josef Hader erhält den in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehenen Dieter-Hildebrandt-Preis. Dies hat der Kulturausschuss des …
Dieter-Hildebrandt-Preis für Josef Hader
Stadtrat will Gewerbeansiedlung fördern
In den kommenden Jahren sollen Flächen in der Größenordnung von 35 Hektar als Gewerbeflächen entwickelt werden – den Grünen ist das zu viel.
Stadtrat will Gewerbeansiedlung fördern
Ausbildung für Flüchtlinge: OB Reiter schreibt Seehofer
In Bayern haben Flüchtlinge kaum Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter bittet Ministerpräsident Horst Seehofer, das …
Ausbildung für Flüchtlinge: OB Reiter schreibt Seehofer

Kommentare