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Für Sicherheit in Stationen und Zügen soll die U-Bahn-Wache sorgen.

Das sagen Polizei und MVG

Sicherheitslage in der U-Bahn: Respektlosigkeiten nehmen zu

München - Müssen wir uns in öffentlichen Verkehrsmitteln unsicher füheln? Die Polizei sieht keinen explosionsartigen Anstieg von Gewalttaten, die S-Bahn meldet zunehmende Aggression gegenüber Kontrolleuren.

Zwei abgelehnte Asylbewerber und ein Flüchtling pöbeln in der U-Bahn und werden handgreiflich. Ein Mann filmt die Szene, veröffentlicht das Video via Facebook. Es entwickelt sich eine Dynamik, die nicht aufzuhalten ist. Die etwa halbminütige Sequenz wird millionenfach im Internet aufgerufen. Es herrscht Empörung in den sozialen Medien. Die Polizei sagt: Wären es keine Flüchtlinge gewesen, wäre der Vorfall nicht einmal berichtenswert gewesen.

Doch der Vorfall hat eine mediale Lawine ins Rollen gebracht. Fragen schließen sich an. Zum Beispiel: Wie sicher ist die U-Bahn? Oder: Wie hat sich die Anzahl der Gewalttaten beim ÖPNV statistisch entwickelt? 

Hauptdelikt ist immer noch das Schwarzfahren

Offizielle Statistiken für das Jahr 2015 gibt es noch nicht. Der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins deutete auf Nachfrage aber einen Trend nach oben bei den Gewalttaten an. „Keine explosionsartige, aber eine leichte Steigerung gegenüber dem Jahr 2014“, sagte Martins. Die Polizei differenziert bei den Straftaten zahlenmäßig nicht nach U-Bahn, S-Bahn oder Tram, sondern führt eine Gesamtstatistik für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Demnach gab es 2014 insgesamt 230 Gewaltdelikte im Bereich des ÖPNV. 2013 waren es 222 Fälle. Die prozentuale Steigerung von 2014 auf 2015 dürfte höher ausfallen. Besorgniserregend empfindet das Martins nicht: „Das ist ein statistisches Rauschen.“ Hauptdelikt sei immer noch das Schwarzfahren.

Auch Matthias Korte, Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), hält die Münchner U-Bahn für immer noch sicher. Daran habe sich in den vergangenen Jahren nichts geändert. „Das Risiko, Opfer einer Gewalttat zu werden, liegt bei ungefähr eins zu drei Millionen“, so Korte. Der MVG-Sprecher bezieht sich damit auf die Relation zu den Fahrgastzahlen. Im Jahr 2015 verzeichnete die MVG erneut einen neuen Fahrgastrekord – den elften in Folge. 566 Millionen Fahrgäste nutzten U-Bahn, Tram und Bus – zwei Prozent mehr als 2014.

Der Umgang ist ruppiger geworden

Allerdings: Einen äußerst unerfreulichen Trend hat die MVG schon festgestellt: „Der Umgang miteinander ist ruppiger geworden“, erklärte Korte. Die Zahl der Beleidigungen habe zugenommen. „Der Respekt nimmt ab.“ Dies werde von vielen MVG-Bediensteten wie Kontrolleuren oder Busfahrern immer wieder berichtet, sagte Korte. Immerhin: „Gewalt gegen Mitarbeiter spielt bis auf wenige Einzelfälle hier keine Rolle.“

Bei der Münchner S-Bahn hat es unterdessen 2015 nicht mehr Anzeigen wegen Belästigung, Bedrohung oder gar Körperverletzung gegeben als in den Jahren zuvor. Zu seiner eigenen Überraschung habe es nur eine zweistellige Zahl an Strafanträgen gegeben, sagte S-Bahn-Chef Bernhard Weisser gegenüber unserer Zeitung. Zugenommen hätten allerdings Übergriffe gegenüber dem Sicherheitspersonal und Kontrolleuren. Nach wie vor sei aber die Münchner S-Bahn „die sicherste S-Bahn in Deutschland“. Weisser sicherte zu, dass es weiterhin viele Streifengänge in der S-Bahn geben werde – gerade auch nachts auf S-Bahn-Strecken in den Außenästen.  

Lesen Sie auch: Warum wir in München keine Kölner Verhältnisse haben

Klaus Vick, Dirk Walter

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