Fahrgast-Vertreter: "Unsinn"

MVV plant Sonderzuschlag für Pendler

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München - Neuer Streit um die geplante Preiserhöhung des Münchner Verkehrsverbunds (MVV): Offenbar plant der Verbund ein Preismodell, bei dem die Ticketpreise progressiv angehoben werden.

Demnach würden die Preise für Zeitkarten in den äußeren Ringen stärker steigen als in der Innenstadt – beispielsweise um bis zu 5,9 Prozent im 12. Ring. Im fünften Ring sollen die Preise nur um 4 Prozent steigen. Pendler würden dadurch deutlich stärker belastet als Fahrgäste in der Innenstadt. Über dieses Modell soll bei der Gesellschafterversammlung am morgigen Freitag abgestimmt werden.

„Wir können diesem Tarifmodell nicht zustimmen“, sagt Robert Niedergesäß, Landrat des Landkreises Ebersberg und Sprecher der MVV-Verbundlandkreise. Die Umlandgemeinden stehen schon der geplanten durchschnittlichen Preiserhöhung um 3,6 Prozent sehr kritisch gegenüber. „Das progressive Modell ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i“, so Niedergesäß.

Die Münchner S-Bahn wollte die Pläne „weder bestätigen noch dementieren“, wie ein Sprecher sagte. Auch der MVV wollte sich vor der Sitzung am Freitag nicht zu dem Thema äußern.

Wird über das Modell in dieser Form abgestimmt, könnten die acht Landkreise den Kürzeren ziehen. Sie haben nur jeweils eine Stimme, während Stadt und Freistaat über jeweils zehn Stimmen verfügen. „Bisher wurden aber alle Preiserhöhungen einstimmig verabschiedet“, sagt Landkreise-Sprecher Niedergesäß. Er hoffe deshalb, dass man sich auch diesmal noch vorher einigen kann.

Am Freitag wollen sich die Landräte vor der Gesellschafterversammlung treffen, um die gemeinsame Protesthaltung zu besprechen. „Wir haben eine Verantwortung für unsere Bürger“, so Niedergesäß. Jede Tariferhöhung müsse transparent begründet werden – diese Transparenz vermissen die Landräte bisher. Wird das geplante Modell umgesetzt, kommt es Pendler teuer zu stehen: Eine Monatskarte mit 16 Ringen würde jährlich 134 Euro mehr kosten.

Aktion "Münchner Fahrgäste" empört

Die Pläne des MVV lehnt die Aktion "Münchner Fahrgäste" kategorisch ab, wie Andreas Nagel in einer Pressemitteilung bekannt gibt. Wortwörtlich: "Das Ausspielen der verschiedenen Fahrgastgruppen ist schäbig. "

Den "Unsinn" mit unterschiedlichen Preisstufen für Stadt und Land hätte es schon einmal gegeben. Die Pendler, die oft auch die Möglichkeit zum Umstieg auf das Auto haben, die unter den ständigen Störungen bei der S-Bahn besonders zu leiden haben, die sollen nun auch noch überproportional geschröpft werden, heißt es.

Für die Preisbildung dürfe nicht nur die Entfernung in Betracht gezogen werden, sondern es müsse auch das Angebot berücksichtigt werden. Die Möglichkeiten zum Weiterkommen im Störungsfall seine innerhalb der Stadtgrenzen einfach um ein Vielfaches besser.

mon/mm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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