Im Einsatz: Feuerwehrleute helfen einer Bewohnerin aus einem brennenden Haus. Foto: Archiv/Gaulke

Kritik an Änderung der Einsatzstrategie

Nach Brandbrief der Feuerwehr: „Wir können die Leute nicht herzaubern“

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    Stefanie Wegele
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München - Feuerwehr erklärt nach Gewerkschafts-Brandbrief, es brauche Zeit, bis neue Kräfte ausreichend qualifiziert sind– OB Reiter will bald reagieren.

Die Gewerkschaft der Feuerwehr (DFeuG) hat sich wie berichtet mit einem Brandbrief an Oberbürgermeister Dieter Reiter gewandt. Sie sieht durch das neue Einsatzkonzept die Gefahr, dass München den Sicherheitsstandard für die Bürger senkt. In dem Hilferuf spricht die DFeuG von Fahrzeugmangel, zu wenig Personal, zu vielen Überstunden und unbezahlter Mehrarbeit.

Oberbürgermeister Dieter Reiter nimmt den Brief sehr ernst. „Negative Auswirkungen auf die gute Sicherheitslage in München werde ich nicht akzeptieren“, sagte Reiter. Er will bald auf den Brief antworten. „Ich werde mich mit den Informationen genau befassen und analysieren, ob die Schlüsse zutreffend sind“, sagte der Oberbürgermeister.

Hintergrund ist eine zum neuen Jahr in Kraft getretene Änderung des Funktionskonzeptes der Berufsfeuerwehr München. Dieses regelt, wie viele Einsatzkräfte und Fahrzeuge pro Tag zur Verfügung stehen. In ihrem Brandbrief schreibt die Gewerkschaft, dass die „tägliche Sollstärke „der Berufsfeuerwehr um fast 20 Einsatzkräfte reduziert worden ist. Zudem wurden Fahrzeuge außer Dienst genommen.

Dass München die Sicherheitsstandards senke, könne man laut Christoph Hoeckh, Sprecher der Berufsfeuerwehr, so nicht sagen. Das Problem sei, dass die Feuerwehr im Moment zu wenig Personal habe. „Im Jahr 2016 werden 136 neue Feuerwehrler ausgebildet. Die kann man aber eben nicht gleich einsetzen.“ Derzeit würden die Bewerber bei der Feuerwehr „nicht gerade Schlange stehen“. Das liege unter anderem daran, dass es der Wirtschaft derzeit gut gehe und viele jungen Leute dort unterkommen. „Zudem ist auch nicht jeder Bewerber geeignet.“ Hinzu komme, dass seit 1. Januar die erlaubten Wochenstunden von 54 auf 52 reduziert wurden. Damit ergebe sich ein zusätzlicher Personalbedarf von 80 Kräften.

Da das Personal nicht da sei, müssten Fahrzeuge zudem „besprungen“ werden. Sprich, die Einsatzkräfte sind mehreren Fahrzeugen zugeteilt. Rückt eines aus, fehlen die Kräfte einem anderen. Im „fliegenden Wechsel“ müssten die Feuerwehrler oft umsteigen. Hinzu komme laut Hoeckh, dass die Stadt München „brutal“ wachse. „Momentan ist es ein bisschen eng, aber wir können die Leute eben nicht herzaubern.“  

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