Mit diesem Bild aus der Überwachungskamera einer Bank fahndete die Polizei nach Beata V. Foto: Polizei

Prozess gegen Entführer-Duo

München - Ein Pärchen aus Ungarn soll drei Frauen überfallen haben - darunter auch eine Münchnerin, die sie von einem Parkplatz verschleppten. Ab 9. Januar steht das Duo vor dem Landgericht.

Die Räuber schlugen ihre Opfer brutal und fesselten sie. Auf Parkplätzen in Österreich und Deutschland soll ein ungarisches Pärchen drei Frauen überfallen und ausgeraubt haben - in München entführten sie ihr Opfer sogar. Im Januar müssen sich die beiden nun vor dem Landgericht München verantworten. Wie die Justizpressestelle am Mittwoch berichtete, sind vom 9. bis 23. Januar sechs Verhandlungstage geplant.

Der 37-jährige Richard H. und seine 27 Jahre alte Lebensgefährtin Beata V. sind wegen erpresserischen Menschenraubs und weiterer Taten angeklagt. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Das Duo soll in Frankfurt am Main, Wien und München Autofahrerinnen überfallen haben. Laut Anklage zwangen sie ihre Opfer auf Parkplätzen beziehungsweise in einem Parkhaus mit Todesdrohungen und teils heftigen Schlägen, ihnen Geld, Schmuck, Handys und Bankkarten zu geben. Die Angeklagten haben über ihre Anwälte die Vorwürfe im Wesentlichen eingeräumt. In dem Prozess sollen 30 Zeugen und 11 Gutachter gehört werden.

In München wurde eine 51-jährige Computerfachfrau bei dem Überfall am 21. März 2012 schwer verletzt. Die Frau, die von den Tätern auf dem Park & Ride-Parkplatz am Westfriedhof angesprochen wurde, ist bis heute traumatisiert. Die Angeklagten sollen die Frau mit einer sogenannten Softair-Pistole bedroht und in deren Auto gefesselt haben. Um die Hilferufe der Frau zu unterdrücken, schlug Richard H. der Autofahrerin laut Anklage brutal in den Bauch und ins Gesicht. Danach fuhren die Täter mit ihrem Opfer im Stadtgebiet umher, um von Bankautomaten das Geld der Frau abzuheben. Das misslang jedoch, weil die Frau in ihrer Aufregung eine falsche Geheimzahl nannte. Schließlich hatten H. und V. die 51-Jährige in einer Tiefgarageneinfahrt gefesselt im Wagen zurückgelassen, wo ein Anlieger sie fand.

In den Wochen zuvor soll das Paar bereits auf ähnliche Weise in Frankfurt eine 72-Jährige und in Wien eine 49 Jahre alte Taxifahrerin überfallen haben. Der Taxifahrerin drohte H. auch, ihre Finger abzuschneiden, weil sich die Ringe des Opfers zunächst nicht abziehen ließen. Auch diese Frauen wurden gefesselt in den Autos zurückgelassen.

dpa

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