Ein beeindruckendes gemeinsames Werk haben Karl Valentin und Liesl Karlstadt hinterlassen. 

Nach Gabalier-Zoff: Stadt vergibt Valentin-Karlstadt-Preis

  • Sascha Karowski
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Die Stadt wird nun voraussichtlich selbst einen Preis vergeben, der Karl Valentin und Liesl Karlstadt gewidmet ist. Über eine entsprechende Vorlage muss der Kulturausschuss am Donnerstag entscheiden.

Vorausgegangen war ein Antrag der Grünen. Die wiederum hatten auf den Ärger um die Verleihung des Valentin-Ordens an den Musiker Andreas Gabalier reagiert. Der Orden wird von der Faschingsgesellschaft Narrhalla vergeben. Gabalier war zuvor wegen homophober Aussagen und seiner Nähe zur rechtspopulistischen FPÖ in die Kritik geraten (wir berichteten).

Grünen-Fraktionschef Florian Roth begrüßte die Beschlussvorlage des Kulturreferats als Aufwertung des künstlerischen Erbes Karl Valentins und Liesl Karlstadts, das auf diese Weise einer noch größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könne. „Karl Valentin und Liesl Karlstadt haben einen festen Platz in der Kulturgeschichte Münchens. Mit der Übernahme des Valentin-Karlstadt-Musäums in städtische Ägide hat die Stadt die Bedeutung anerkannt und sich dazu verpflichtet, die Erinnerung an deren Lebenswerk lebendig zu erhalten.“ Die Vergabe eines Preises an Künstler, die nachvollziehbar in Valentins und Karlstadts Tradition stehen, sei eine sinnvolle Ergänzung dieser Aktivität. Außerdem könne ein solcher Preis dazu beitragen, die Erinnerung an Valentin und Karlstadt von Missverständnissen und Verzerrungen zu befreien, die durch „die wiederholten Fehlgriffe der Narrhalla bei der Verleihung ihres Karl-Valentin-Ordens entstanden sind“.

Laut Verwaltungsvorlage soll der Große Valentin-Karlstadt-Preis auf Initiative des Valentin-Karlstadt-Fördervereins „Die Saubande“ und der Karl Valentin Gesellschaft verliehen werden, die bereits in losen Abständen Preise vergeben hatten. Eine Dotierung ist nicht vorgesehen. Die Verwaltung schreibt dazu, dass Karl Valentin während seines Lebens keinen Preis erhalten habe. Und außerdem habe „Gott die Welt aus nichts gemacht“. Daraus folgerte er, dass man aus nichts also doch etwas machen könne, dass nichts demnach eine göttliche Bedeutung hat. Das adele den Großen Valentin-Karlstadt-Preis.   

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