Jessica Grzenda musste gestern abreisen.
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Jessica Grzenda musste gestern abreisen.

Eine junge Studentin muss wegen der Corona-Regelungen wieder nach Berlin reisen

Nach Hause gezwungen

Jessica Grzenda weiß nicht, wohin die Reise geht, auch wenn sie gleich zurück nach Berlin fährt. Die Studentin wollte eigentlich eine Woche in einem Hostel in München bleiben, um einen Kurs an der Uni zu besuchen. „Jetzt darf ich hier aber nicht mehr übernachten“, sagt die 24-Jährige.

Gestern trat der bundesweite Teil-Lockdown in Kraft. Touristen in Bayern mussten deshalb ihre Unterkunft am Montagvormittag verlassen. Ab sofort dürfen Hotels und andere gewerbliche Unterkünfte nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Grzenda fällt als Studentin der LMU eigentlich unter diese Regelung der beruflichen Beherbergung, doch ihr fehlt die Immatrikulationsbescheinigung der Uni. „Ich bin erst im Nachrückverfahren in den Studiengang gekommen, deshalb hat bei mir alles länger gedauert“, sagt die Studentin.

Und die Pechsträhne geht weiter: Auch das Studentenbüro war nicht erreichbar. „Die Telefonleitung ist total überlastet, weil alle verzweifelten Studenten dort anrufen“, sagt die 23-Jährige. Dass sie nun erst einmal zurück nach Berlin müsse, nimmt sie mit einem Schulterzucken hin. „Man kann zurzeit ja eh nichts planen“, sagt sie.

Neben ihr checken gerade andere Gäste des gleichen Hostels aus und klinken sich in das Gespräch ein: „Wir bedauern die Entscheidung des Staats schon“, sagt das Pärchen. Auch die beiden müssen früher zurück vom Städtetrip. „Im Hotel sind die Hygienekonzepte gut, dass man sich hier ansteckt, ist eher unwahrscheinlich“, glauben sie. Grezenda hofft derweil, dass sie in der kommenden Woche ihre Immatrikulationsbescheinigung erhält. „Dann komme ich wieder!“ STÉPHANIE MERCIER

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