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Francesco Turrisi nach der Masskrug-Attacke: Ein Verband verhüllt seine Kopfverletzungen.

Andere Angeklagte nicht verurteilt

Nach Masskrug-Attacke auf Wiesn 2015: Täter auf der Flucht

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München - Der Prozess nach einer feigen Masskrug-Attacke auf der Wiesn gerät für das Opfer zu einer Enttäuschung. Denn der Haupttäter hat sich längst abgesetzt.

Die Hoffnung auf Gerechtigkeit hat Francesco Turrisi (32) begraben. Sein Vater habe morgens noch gesagt: „Der Typ kommt eh nicht zum Prozess.“ Und er hat recht behalten. Douglas T., geboren 1981 in Bolivien, spanischer Staatsbürger, taucht nicht auf. Er ist der Hauptangeklagte. Im Augustinerzelt soll er Turrisi am letzten Wiesn-Abend 2015 einen Masskrug auf den Kopf geschlagen haben, bis das Glas splitterte. Seine Anwältin sagt: „Er hat sich wohl ins Ausland abgesetzt.“ Auf der Anklagebank sitzen jetzt Freunde, die mitgeprügelt haben sollen.

Weil der Hauptangeklagte nicht erscheint, spaltet der Richter dessen Prozess ab und beginnt mit den anwesenden Angeklagten. Felix C. (29), Altenpfleger aus Peru, soll das Opfer bei der Attacke festgehalten haben. Das Verfahren wird eingestellt. Seine Ehefrau, Onnis P. (33) aus Kuba, Krankenpflegerin, soll den am Boden liegenden Turrisi geohrfeigt haben. Sie wird freigesprochen.

Das Opfer vor Gericht: Francesco Turrisi leidet seit der Attacke unter epileptischen Anfällen.

Zwölf Stiche und eine kleine Narbe

Francesco Turrisi, der in Gilching eine italienisches Lokal führt, kam glimpflich davon. Platzwunde, zwölf Stiche, kleine Narbe. Allerdings hatte der Epileptiker nach der Attacke drei Anfälle, vorher habe er ohne Tabletten gelebt: „Das waren wohl Stress und Schock nach der hinterhältigen Attacke“, sagt er im Prozess.

An den fiesen Wiesn-Abend erinnert er sich kaum. „Nett unterhalten“ habe er sich noch mit den späteren Angreifern. „Dann ein Schlag - und überall war Blut!“ Die Staatsanwältin kann nun einen europäischen Haftbefehl beantragen.

tos

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