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Nach Rauchverbot erste Raucherclubs und Verfassungsbeschwerden geplant

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Münnerstadt/Würzburg - In Bad Kissingen und Münnerstadt wollen sich mehrere Kneipen- und Restaurantbesitzer am kommenden Mittwoch zu einem Verband zusammenschließen, in dessen Mitgliedslokalen weiter gequalmt werden darf. Einige Wirte planen eine Verwassungsbeschwerde.

Um das umstrittene Rauchverbot in der Gastronomie zu umgehen, planen einige unterfränkische Wirte die Einrichtung von Raucherclubs."Wir befürchten Umsatzeinbußen, wenn die Raucher nicht mehr kommen", sagte der Münnerstädter Wirt Werner Müller am Mittwoch und bestätigte Medienberichte, nach denen sich mehrere Kneipen- und Restaurantbesitzer zu einem Verband zusammenschließen wollen, in dessen Mitgliedslokalen wieterhin geraucht werden darf.

Geplant sei, die Lokale künftig als Privatclubs zu führen. Die Gäste, die sich als Mitglieder registrieren ließen, dürften dann weiter zur Zigarette greifen. "Rund 80 Prozent meiner Gäste sind Raucher", begründete Müller seine Entscheidung.

Jedes Clubmitglied soll für einen Jahresbeitrag zwischen zwei und fünf Euro eine Chipkarte erhalten. Diese müsse durch ein Kartenlesegerät an der Kneipentür gezogen werden, um Einlass zum "Raucherparadies" zu bekommen. Nicht-Mitglieder könnten klingeln und dürften in den Lokalen bleiben, wenn sie dem Verband beitreten wollen.

Um Nichtraucher nicht zu verprellen, wird es in Müllers Bierkneipe auch eine Nichtraucherzone geben. "Das ist aber kein extra Nebenzimmer, sondern der Bereich ist in der Kneipe integriert", sagte der Wirt.

In Bayern war mit Jahresbeginn das strengste Nichtrauchergesetz Deutschlands in Kraft getreten. Danach ist das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden, Restaurants, Wirtshäusern und Bierzelten verboten. Einige bayerische Wirte wollen mit Verfassungsbeschwerden gegen das bundesweit schärfste Nichtraucherschutzgesetz vorgehen. "Wir planen die Einreichung einer Klage in Karlsruhe", sagte der Geschäftsführer des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK), Heinrich Kohlgruber, am Mittwoch. Dazu müssten aber die Umsatzzahlen abgewartet werden. "Wir brauchen verschiedene Wirte, die nachweisen können, dass sie 30, 40 oder 50 Prozent Umsatzrückgang haben." Der im Dezember gegründete Verein, der bereits mehr als 1000 Mitglieder hat, will zudem per Mitgliedschaft von Wirten und Gästen die Möglichkeit eröffnen, Nebenräume als geschlossene Gesellschaft auszuweisen.

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