Nasen und Huchen steigen Treppe

München - Eine neue Fischtreppe am Wehr Oberföhring soll die Isar durchlässiger machen und den Fluss ökologisch aufwerten .

Zurück zur Natur - gemäß diesem Motto ist die Isar in den vergangenen Jahren im Stadtgebiet München wieder in ihren urtümlichen Zustand versetzt worden. Verschwunden sind Betonwände, die den Fluss in ein enges Korsett zwängten. Nun darf er wieder wilder durch die Stadt fließen und Wiesen überschwemmen. Darüber hinaus hat das Wasserwirtschaftsamt noch eine Verbesserung ins Auge gefasst, die insbesondere den Fischen zugute kommt: Künftig sollen die Isarwehre kein unüberbrückbares Hindernis für die die Flussbewohner mehr darstellen. In Oberföhring wird deshalb in den nächsten Wochen eine neue Fischtreppe fertiggestellt, auf der zum Beispiel Nasen und Huchen zu ihren Laichplätzen flussaufwärts wandern können.

Seit fast 90 Jahren habe das Wehr in Oberföhring für Fische, welche zur Paarungszeit flussaufwärts wandern wollten, „ein monumentales, unüberwindbares Hindernis“ dargestellt, berichtet das Wasserwirtschaftsamt. Zwar gab es dort einen Fischpass, der aber taugte nicht dazu, dass die Flussbewohner auf ihm den Höhenunterschied von fünf bis sechs Metern überwinden. Doch nun ist Hilfe in Sicht: Ende März sollen die Bauarbeiten an der im Amtsdeutsch „Fischaufstiegsanlage“ genannten Treppe abgeschlossen sein. 820 000 Euro betragen die Baukosten, die zu Dreiviertel vom Kraftwerksbetreiber Eon und zu einem Viertel vom Freistaat übernommen werden.

Rund 180 Meter wird die neue Fischtreppe lang sein. Ihr Einlauf befindet sich im Mittleren Isarkanal, rund 50 Meter nach seiner Ausleitung aus der Isar. Der Auslauf beziehungsweise der Einstieg für flussaufwärts wandernde Fische liegt etwa 150 Meter unterhalb des Oberföhringer Wehrs. Die Trennwände der einzelnen Becken werden aus Holz sein, um sie später anhand der gesammelten Erfahrungen verändern zu können.

Sylva Orlamünde, die Leiterin des Wasserwirtschaftsamts München, sieht in der neuen Fischtreppe auch einen Schritt hin zur besseren ökologischen Bewertung der Isar. Weil insbesondere sensible Fischarten wie Huchen oder Nasen im Fluss fehlten, werde der von der EU für alle Gewässer geforderte „gute ökologische Zustand“ noch nicht erreicht.

Das soll sich nun ändern. „Mit der neuen Fischaufstiegsanlage am Wehr Oberföhring schließen wir jetzt die Lücke zwischen der Mittleren Isar und der erfolgreichen Renaturierung innerhalb des Münchner Stadtgebiets“, sagt Orlamünde. Weiter stromab Richtung Freising habe man das Mollwehr bereits fischdurchlässig umgestaltet. Ähnlich werde man demnächst beim Wehr in Ismaning vorgehen. „Damit werden die letzten großen Fischbarrieren zwischen Oberföhring und Moosburg beseitigt sein“, verspricht Amtschefin Orlamünde.

Wenn dann noch die kleineren Nebengewässer der Isar fischgerecht angebunden werden - etwa der Seebach bei Ismaning oder der Angerbach nördlich von Freising, soll sich die Fischwelt wieder richtig wohl fühlen in der Isar.

Matthias Kristlbauer

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