Für Bäume, gegen Olympia: Wolfgang Zängl, Katharina Schulze und Christian Hierneis. Foto: Haag
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Für Bäume, gegen Olympia: Wolfgang Zängl, Katharina Schulze und Christian Hierneis. Foto: Haag

Naturschützer wollen Olympiapark vor Olympia schützen

München - Der Bund Naturschutz (BN) verschärft nun auch in München seinen Kampf gegen die Olympischen Winterspiele 2018. Er will den Olympiapark vor Olympia schützen.

Die Naturschützer kritisieren, dass auch auf dem Gelände des Bundeswehr-Verwaltungszentrum an der Dachauer Straße, wo das Olympische Dorf entstehen soll, gravierende Eingriffe erforderlich wären.

Die Olympiagegner rechnen mit zahlreichen Problemen und Schäden für München und seine Bürger. 1500 bis 2000 Bäume seien von der Säge bedroht. Zwei ökologisch wertvolle Wäldchen und ein Feuchtbiotop müssten demnach dem Olympischen Dorf weichen. Laut Christian Hierneis, dem Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe, sind allein die Freiflächen, die neu bebaut würden, 60 Hektar groß. Hinzu kämen die Gebiete, auf denen Gebäude abgerissen werden müssten, um den olympischen Bauten zu weichen.

Vor einigen Tagen hatten Vertreter des BN und der Gesellschaft für ökologische Forschung (GÖF) gemeinsam mit der Grünen Jugend auch in München die Initiative NOlympia gegründet. Die Problematik an der Dachauer Straße war ihnen zunächst nicht bekannt - erst eine Bewohnerin eines vom Abriss bedrohten Appartmenthauses auf dem Bundeswehrgelände informierte den BN.

Die Naturschützer führen aber keineswegs nur ökologische Gründe für ihren Protest an: Wolfgang Zängl von der GÖF beklagte, dass die Bebauung auch das Ende des Sommertollwoods besiegeln könnte. Die Lärmbelästigung der Nachmieter in den Olympiabauten wäre zu hoch.

Außerdem sei das Programm des Zentralen Hochschulsports gefährdet. 50 000 bis 60 000 Studenten nehmen jährlich daran teil. Katharina Schulze, Vorsitzende der Grünen Jugend München, zeigte sich enttäuscht darüber, dass der Breitensport aufgrund des Profisports ausfallen müsste: Durch den Bau einer temporären Eisschnelllaufhalle falle der Hochschulsport für mindestens drei Jahre aus.

Die Bewerbungsgesellschaft wies die Vorwürfe zurück. Die Flächen für temporäre Bauten würden lediglich von März 2017 bis Juni 2018 genutzt werden. Man versuche zudem Bäume und Biotope zu erhalten. Notwendiges Baumfällen würde durch Aufforstung ausgeglichen werden.

pas

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