1800 Polizisten wollen Ausschreitungen verhindern. kh

Nazi-Aufmarsch am Wochenende: Tausende Gegendemonstranten erwartet

München - Bereits zum dritten Mal veranstalten Rechtsextreme am Samstag einen sogenannten „Heldengedenkmarsch“. Zahlreiche Proteste sind geplant - darunter auch ein Gegenaufmarsch von Linksextremen. Die Polizei rüstet sich für einen Großeinsatz.

In der Münchner Innenstadt werden mehrere tausend Demonstranten aller politischen Lager erwartet. Um 12 Uhr versammeln sich die Rechtsextremen am Isartorplatz zur Auftaktkundgebung. Sie marschieren über die Zweibrückenstraße, die Steinsdorf- und die Widenmayerstraße zur Luitpoldbrücke, wo gegen 15 Uhr eine Zwischenkundgebung geplant ist. Anschließend geht es weiter über die Prinzregentenstraße zur Staatskanzlei. Die Polizei rechnet laut Vizepräsident Robert Kopp mit 200 bis 300 Teilnehmern aus der rechtsextremen Szene.

Demgegenüber stehen voraussichtlich etwa 800 Linksextreme verschiedener Gruppierungen, die sich ab 11 Uhr am Platz der Opfer des Nationalsozialismus versammeln werden. Die Polizei rechnet mit bis zu 600 gewaltbereiten Autonomen. Ihre geplante Strecke führt über die Maximilianstraße in Richtung Stachus, weiter zum Viktualienmarkt und durchs Tal zum Max-II-Denkmal.

Währenddessen veranstaltet das bürgerliche Lager mehrere Proteste gegen Rechtsextremismus. Das „Bündnis für Toleranz“ ruft zur Kundgebung am Sendlinger Tor, wo unter anderem Oberbürgermeister Christian Ude sprechen wird. Der Verein „Gesellige Toleranz in Bayern“ veranstaltet um 11 Uhr eine Versammlung am Marienplatz und zieht von dort zum Sendlinger-Tor-Platz. Zuvor versammeln sich die Teilnehmer des Kulturfestes „München ist bunt!“ am Marienplatz. Das eigentliche Fest, zu dem etwa 1000 Teilnehmer erwartet werden, beginnt um 12 Uhr im Nussbaumpark.

Die Polizei will eine unmittelbare Konfrontation der Lager verhindern. „Das ist kein einfacher Einsatz, aber wir sind gut vorbereitet“, sagte Kopp. Die Müncher Polizei erhält Verstärkung aus ganz Bayern, Hessen und Berlin sowie von der Bundespolizei. Etwa 1800 Beamte werden im Einsatz sein.

Autofahrer werden von der Polizei gebeten, die Innenstadt weiträumig zu umfahren. Von 7 bis 19 Uhr wird es temporäre Halteverbote und Sperrungen auf den Strecken der Demonstrationszüge geben. Auch die Tramlinien 17, 18 und 19 sind betroffen.

A.Gerke

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