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Angedeuteter Hitlergruß: Bekannte Gesichter der Neonazi-Szene die postierten sich in der Feldherrenhalle.

Demo am Montag

Neonazis nutzen Pegida immer dreister

München - Am Rande der wöchentlichen Pegida-Kundgebungen sind am Montagabend erneut Mitglieder der Neonazi-Szene auffällig geworden. Sie provozierten in der Feldherrnhalle. Die Staatsanwaltschaft prüft den Vorfall.

Gegen 21 Uhr stürmte der verurteilte Rechtsterrorist Karl-Heinz Statzberger mit sieben Begleitern in die Feldherrnhalle und posierte dort. Wie Videoaufnahmen belegen, soll einer der Männer einen Hitlergruß angedeutet haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage, dass sie den Vorfall prüft.

Damit verdichten sich weiter die Anzeichen, dass Neonazis zunehmend versuchen, die Pegida-Kundgebungen für sich als Bühne zu nutzen. Statzberger ist einer der führenden Köpfe in der Münchner Neonazi-Szene. Er tritt immer wieder öffentlich als Agitator auf. Auch verbüßte er bereits eine Gefängnisstrafe als Mitglied der terroristischen Vereinigung um Martin Wiese: Statzberger hatte sich einst an den Planungen für einen Sprengstoffanschlag auf die Grundsteinlegung des Jüdischen Gemeindezentrums in München im Jahr 2003 beteiligt.

An der Pegida-Kundgebung an diesem Montag beteiligten sich laut Polizei etwa 250 Personen. Ferner waren rund 200 Gegendemonstranten gekommen. Laut Polizei gab es drei Festnahmen: Zweimal wegen Körperverletzungen an Gegendemonstranten und einmal wegen Beleidigung der Polizei. Bei letzterem Fall entdeckten die Beamten, dass der Mann zudem eine verbotene NS-Siegesrune am Arm tätowiert hat.

Auch der Anmelder der Münchner Pegida-Kundgebungen war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt geworden war, dass er unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht (wir berichteten). Laut dem Innenministerium läuft gegen den Münchner Pegida-Vorstand bereits seit dem Jahr 2012 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf die Bildung einer terroristischen Vereinigung.  

sri

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