Winfried Nerdinger

Nerdinger wird Gründungsdirektor des NS-Dokuzentrums

München - Der Architekturprofessor Winfried Nerdinger (67) ist zum Direktor für das geplante NS-Dokumentationszentrum in München ernannt worden.

Er werde das Zentrum bis zur Eröffnung im Jahr 2014 leiten, teilte der Münchner Kulturreferent Hans-Georg Küppers nach der Vollverssammlung des Stadtrates am Mittwoch mit. Nerdinger wurde einstimmig gewählt.

Wie Küppers erklärte, haben die Arbeiten am NS-Dokumentationszentrum „an Fahrt aufgenommen“. Das Ausstellungskonzept, das Nerdinger gemeinsam mit den Historikern Hans Günter Hockerts, Marita Krauss und Peter Longerich erarbeitet hat, werde derzeit wissenschaftlich bearbeitet und in ein Ausstellungsdrehbuch überführt.

An diesem Freitag werden sechs Gestaltungsbüros ihre Konzepte präsentieren; parallel dazu werde das Corporate Design entwickelt, sagte Küppers weiter. Schließlich sei eine internationale Ausschreibung gestartet worden für die „Kunst am Bau“, es soll also ein Kunstwerk geben, das sich mit der NS-Geschichte auseinandersetzt. Die Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums sei für den Sommer 2014 geplant. Die Stadt rechne mit rund 150.000 Besuchern jährlich.

Direktor Nerdinger kündigte an, das Ausstellungsdrehbuch in enger Zusammenarbeit mit dem Gestaltungsbüro entwickeln zu wollen: „Inhalte und Vermittlung müssen eng miteinander verzahnt werden.“ Die Dauerausstellung werde speziell für das Dokumentationszentrum entwickelt und beziehe die Topografie des Ortes mit seinen Original-Gebäuden aus der NS-Zeit am benachbarten Königsplatz mit ein. Neben einem 90-minütigen Rundgang gebe es zur Vertiefung Audio- und Videoguides sowie eine Ausstellungsebene mit Gruppenräumen und Medien. Das Zentrum soll auch über einen Buchladen und ein kleines Café verfügen.

Nerdinger beendet im September seine Professur für Architekturgeschichte an der Technischen Universität München. Er ist Direktor des Architekturmuseums der TU München sowie des Architekturmuseums Schwaben in Augsburg. Nerdinger war von Anfang an im wissenschaftlichen Beirat des NS-Dokumentationszentrums München. An der Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau wirkte er ebenfalls im wissenschaftlichen Beirat mit.

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