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Neubau am Rodenstock-Areal stößt auf Protest

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Stein des Anstoßes: So soll die Neubebauung des Rodenstock-Areals an der Isartalstraße aussehen. simulation: Ortner & Ortner
Stein des Anstoßes: So soll die Neubebauung des Rodenstock-Areals an der Isartalstraße aussehen. simulation: Ortner & Ortner

München - An der Isartalstraße sollen 300 neue Wohnungen entstehen. Doch vielen Anwohnern ist die geplante Architektur zu klobig - sie sammeln Unterschriften gegen den geplanten Neubau.

Der Brillenhersteller Rodenstock will Ende dieses Jahres umziehen. Das 13 000 Quadratmeter große Stammgelände an der Isartalstraße in Thalkirchen soll mit neuer Bebauung genug Geld einspielen, um das Weltunternehmen von der erdrückenden Schuldenlast zu befreien. Das Optik-Unternehmen hat an der Elsenheimerstraße 33 in Laim eine neue Heimat gefunden. 460 Mitarbeiter sollen den Umzug mitmachen. Doch die geplante Wohnbebauung des alten Areals hat bei den Anwohnern heftige Proteste ausgelöst.

Die Münchner Gesellschaft Baywobau hatte vor einigen Monaten bekannt gemacht, wie sie das alte Rodenstock-Revier zwischen Isar und Schlachthof gestalten will. Rund 300 Wohnungen sollen in dem Neubau Platz finden (wir berichteten). Besonders viel Protest ruft nun die Maximalhöhe von acht Etagen hervor. Während Stadtbaurätin Elisabeth Merk sich davon angetan zeigte, wie gut sich das Siegermodell des Berliner Architekturbüros „Ortner & Ortner Baukunst“ ins Viertel einfüge, sehen das viele Anwohner anders. Seit ihrer Bekanntgabe sorgen die Baupläne für großen Unmut im Viertel. „Viele sagen, es schaut aus wie ein Bürohaus oder wie ein Klotz“, sagt Silvia Haas, die selbst im Dreimühlenviertel wohnt.

Sie gehört dem jüngst gegründeten zehnköpfigen Bürgerforum „Rodenstock 21“ an - benannt in Anlehnung an „Stuttgart 21“. Engagierte Bürger sammeln Unterschriften gegen die Baupläne. Schon über 800 konnten sie in nur einem Monat verbuchen. Diese sollen unter anderem an Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) geschickt werden. Haas betont ausdrücklich: „Wir wollen eine Bebauung - nur diese nicht.“ Mit der Bauhöhe bis zu acht Etagen würden die Häuser der Umgebung um ein gutes Stück überragt. Als herbe Enttäuschung wird auch empfunden, dass der Westermühlbach, der wieder freigelegt werden soll, nicht öffentlich zugänglich sein wird. Zudem fehle es der Planung generell an Grün.

Die Anwohner des Dreimühlenviertels wollen, dass die Eckdaten der Planung nachgebessert werden. Haas hofft, dass das Bürgerforum (www.3muehlenviertel.de) noch Einfluss nehmen kann - jetzt, vor Einreichung der Baupläne. „Wir wollen ja nichts Unrealistisches.“

2012 und 2013 soll der neue Komplex mit Platz für 300 Haushalte auf dem Rodenstock-Gelände gebaut werden. Im Februar 2013 ist die Vollendung geplant. Die Initiatoren von „Rodenstock 21“ planen als nächsten Schachzug die Einberufung einer Versammlung.

Ob und wann diese stattfinden wird, darüber entscheidet der betroffene Bezirksausschuss BA 2 Ludwigs-/Isarvorstadt in den kommenden Wochen. Haas hofft sehr auf eine Entscheidung zugunsten einer Versammlung der Anwohner: „Mir liegt mein Viertel am Herzen - ich kann da nicht einfach zuschauen.“

Janina Ventker

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