MVV

Neue Chance für das Semesterticket

München - Noch im Sommer lehnten sowohl die Stadt München als auch der Freistaat die Einführung eines Semestertickets für Studenten ab. Nun, nicht einmal vier Monate später, soll alles wieder anders werden.

Einstimmig votierte gestern der Stadtrat dafür, die Stadt solle sich beim MVV doch wieder für ein Semesterticket einsetzen. Oder zumindest für die Abo-Möglichkeit bei Ausbildungstarifen.

Wie berichtet, hatten sich in einer Umfrage des MVV rund 92 Prozent der befragten Studenten für die Einführung eines Semestertickets ausgesprochen. Allerdings wurden im Rahmen der folgenden politischen Diskussion beide vorgestellten Varianten beerdigt: Ein Solidarmodell hätte mit 189 Euro jenen Studenten zu hohe Kosten auferlegt, die Bus, Tram, S- und U-Bahn nicht nutzen. Ein Sockelmodell mit einem Basisbetrag für alle und bei Wunsch mit Aufpreis für Fahrten tagsüber fand bei Studenten nicht genügend Zustimmung.

Trotzdem soll das Verfahren neu aufgerollt werden. "Das Semesterticket funktioniert in anderen Städten auch", sagte Manuel Pretzl, wirtschaftspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. Auch Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) hatte sich zuletzt wieder für das Studententicket ausgesprochen.

Die Frage ist nur, ob Stadt oder Freistaat für daraus entstehende Kosten aufkommen. Die SPD forderte nun, der MVV solle die Abo-Tickets auch für den Ausbildungstarif einführen und so die Kosten senken. "Das ist am einfachsten und hilft auch Studenten und Auszubildenden", sagte Stadtrat Nikolaus Gradl. Am 28. November soll die Gesellschafterversammlung des MVV entscheiden.

mk

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