Neue Details um Musikhochschul-Dozent

München - Der ehemalige Präsident der Musikhochschule München, Siegfried M. (61), wurde vor ein paar Tagen wegen sexueller Nötigung einer Kollegin zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Nun steht ein weiteres Mitglied der Hochschule im Fokus der Ermittlungen.

Wie wir bereits Ende April berichteten, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Dozenten der Hochschule. Dies hatte der Präsident Bernd Redmann bei einer Vollversammlung eingeräumt. Nun sind nähere Details bekannt geworden.

Es handelt sich demnach um den Musik-Professor Hans-Jürgen B. (62). Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt. „Wir halten die Ermittlungen für absurd“, sagt Verteidiger Steffen Ufer. Anzeige hat die Schwester eines ehemaligen Studenten der Hochschule erstattet, die vor zehn Jahren eine Affäre mit dem Professor hatte. Hierbei sei es angeblich einige Mal gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gekommen, die anderen Male fanden wohl im Einvernehmen statt. Das Paar besuchte außerdem mehrere Male gemeinsam Swingerclubs. Die Frau selbst soll hierbei die treibende Kraft gewesen sein. „Es haben sich inzwischen Zeugen gemeldet,welche die Version meines Mandanten bestätigen“, sagt Ufer .Sein Mandat sei damals samt Familie nach Berlin umgezogen, die junge Frau sei sogar nachgezogen. „Das macht man doch nicht, wenn man mehrere Male zum Sex gezwungen wurde“, meint Rechtsanwalt Ufer. Warum die Frau erst nach so vielen Jahren Anzeige erstattet hat, erklärt sich Ufer mit einer möglichen Anstachelung durch einen Kollegen von Hans-Jürgen B.. „Der hätte gerne die Stelle meines Mandanten.“

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall bereits seit über einem Jahr. Im April 2015 wurde eine Hausdurchsuchung bei Hans-Jürgen B. durchgeführt. Es wurden geringen Mengen von Aufputschmitteln und eine Schreckschusspistole gefunden. Die Beamten trafen ebenfalls eine Studentin an, die nach eigenen Angaben im Haus wohnte und laut Ufer eine Affäre mit dem Professor hatte. Die Frau wurde Ufer zufolge der Polizei gegenüber ausfallend und müsse mit einem Verfahren wegen Behinderung polizeilicher Ermittlungen rechnen. Ufer rechnet damit, dass die Ermittlungen gegen seinen Mandanten eingestellt werden.

Die Musikhochschule hat den Dozenten bereits zum Wintersemester 2015/16 suspendiert, wie die Hochschule gestern bestätigte. Aufgrund einer Erkrankung unterrichtete er aber bereits seit zwei Jahren nicht mehr aktiv. „Wir dulden keinerlei Toleranz gegenüber jeglicher Art von Übergriffen oder Diskriminierung“, betonte Präsident Redmann erneut. „Wir haben die Ermittlungen unterstützt und soweit möglich Transparenz geschaffen“. Die Hochschule habe selbst ein großes Interesse an einer Aufklärung der Vorwürfe.

Lisa-Marie Birnbeck

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Rathaus soll sicherer werden: Das sind die Details
Das Thema Sicherheit bleibt ein zentrales in der Stadt. Auch im Münchner Rathaus wird nun verstärkt darauf gesetzt. Der Plan der Verwaltung für Zugangskontrollen und …
Das Rathaus soll sicherer werden: Das sind die Details
Münchner Forscher: Wiesn-Bier verursacht Herzprobleme 
Wenn Wiesn-Besucher Herzrasen bekommen, liegt das nicht unbedingt an einem heißen Flirt, der sich beim Zuprosten mit der Maß Bier ergeben hat. Sondern an der Maß selbst. …
Münchner Forscher: Wiesn-Bier verursacht Herzprobleme 
Essen gehen und Obdachlosen helfen - in München ist das möglich
Speisen und gleichzeitig etwas Gutes tun? Diese Idee überzeugte Anna Kraft und Hannah Eisinger auf Anhieb. Vor drei Jahren setzten sie das Projekt „Hilf Mahl!“ deswegen …
Essen gehen und Obdachlosen helfen - in München ist das möglich
Das sind die Surferwellen in München und Umgebung
München - Surfen in München hat seit über 40 Jahren Tradition. Begonnen hat alles mit den Pauli-Brüdern an der Floßlände in Thalkirchen. Hier finden Sie die besten …
Das sind die Surferwellen in München und Umgebung

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion