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Hier wurde der Rottweiler von der Polizei erschossen.

Jetzt spricht die Besitzerin

Kampfhund „Pascha“ verletzte fünf Menschen: Neue Details nach der Rottweiler-Attacke

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    Johannes Heininger
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Nach dem Angriff des eineinhalbjährigen Kampfhundes Pascha am Hauptbahnhof, bei dem fünf Menschen verletzt wurden, sind am Montag neue Details bekannt geworden.

München - Zudem wird jetzt vor allem auf Online-Plattformen diskutiert, warum ein Tier so plötzlich angreift. Wir sprachen dazu mit einer Hundetrainerin.

Bei ihrer polizeilichen Vernehmung gab die Hundebesitzerin (26), die jetzt in Berlin und früher in München lebte, an, dass sie Pascha mit Maulkorb und Leine bis zum Auto geführt habe, das auf einem Parkplatz im Hinterhof an der Bayerstraße stand. Sie war mit dem Zug von Berlin gekommen und von ihrem Freund abgeholt worden. Als sie Pascha losmachte, um ihm etwas zu trinken zu geben, sei er abgehauen. Dann griff er den ersten Passanten an. Zunächst fing die Besitzerin Pascha wieder ein. Als eine 63-jährige Zeugin die Hundehalterin aufforderte, ihre Personalien zu hinterlassen, habe die 26-Jährige sich um ihr Kind kümmern wollen. Dabei sei der Hund ein zweites Mal entwischt. Bei dem Angriff wurde auch der Lebensgefährte (49) der Halterin, ein Syrer (25), ein Iraker (27) – die beide in München wohnen – und zwei Polizisten (20, 28) verletzt.

„Der Hund wollte irgendetwas verteidigen“

Die Hundetrainerin Isabel Boergen (39), der die Hundeschule „Weltstadt mit Hund“ gehört, erklärt, dass Aggression gegenüber Menschen meist aus Haltungsfehlern resultieren. „Es könnte sein, dass der Hund irgendetwas verteidigen wollte – das Auto, das Frauchen oder auch den Wassernapf“, sagt sie. An einen Jagdtrieb denkt sie eher nicht. „Das wäre es gewesen, wenn jemand gerannt und das Tier dann hinterhergelaufen wäre“, erklärt die Expertin. Möglich sei außerdem, dass der Rottweiler bereits schlechte Erfahrungen mit einem Menschen gemacht hat und der Fußgänger, den er auf dem Parkplatz attackierte, ihn etwa durch die Kleidung an diesen erinnerte. Generell gilt: nicht wegrennen, nicht schreien, den Kopf schützen, wenn ein Hund auf einen zuläuft. Grundsätzlich spricht sich die 39-Jährige für einen verpflichtenden Hundeführerschein in Bayern aus.

Für Pascha liegt offenbar kein Negativzeugnis vor. Der Hund hätte also nach Angaben des Kreisverwaltungsreferats (KVR) gemäß der Hundeverordnung auf allen öffentlichen Anlagen sowie Plätzen an einer maximal zwei Meter langen Leine geführt werden müssen. Eine Maulkorbpflicht bestand für Pascha wohl nicht.

Mehr zum Thema: So schützen Sie sich vor freilaufenden Hunden

Lesen Sie auch: Rottweiler-Attacke: Diese Rezeptionistin hörte die Schüsse - „Eine Frau hat geschrien“

Hunde der Kategorie 2, zu der auch der Rottweiler zählt, gelten bis zum Beweis des Gegenteils als Kampfhund. Zum Beweis, dass das Tier keine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit aufweist, ist ab dem 18. Lebensmonat ein Wesenstest nötig. Wird dann ein Negativzeugnis ausgestellt, gilt der Hund nicht mehr als Kampfhund. Für Hunde, die jünger als 18 Monate sind, kann auf Antrag zunächst ein befristetes Negativzeugnis ausgestellt werden. 

weg/joh

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