Zwei Zentimeter groß und behaart

Neue Giftspinne in München: So gefährlich ist sie wirklich

Diese Nachricht beunruhigt nicht nur Menschen mit Spinnenphobie: In München hat sich eine Giftspinnen-Art niedergelassen. Wie gefährlich die Kräuseljagdspinne ist, verraten wir hier.

München - So etwas hört man nicht gern - insbesondere wenn man mit einer Spinnenphobie zu kämpfen hat: In München ist eine neue Giftspinnen-Art heimisch geworden! Und die Eckdaten rund um das Tier lassen Spinnen-Hassern das Blut in den Adern gefrieren. Körperdurchmesser zwei Zentimeter, Beinspanne bis zu sechs Zentimeter, haarig wie eine Tarantel, Beiname „Nosferatu-Spinne“.

„Zoropsis spinimana“, die häufigste Vertreterin der Familie der Kräuseljagdspinnen, klingt nicht nach einer besonders angenehmen Hausgenossin. Tatsächlich geben Experten aber tendenziell Entwarnung. Denn die Spinne ist zwar spürbar größer als das, was sonst so an Spinnen durch heimische Wohnungen und Häuser kreucht und fleucht. Gefährlich ist sie aber nicht.

Spinnen-Biss: Harmlos oder nicht?

Die erste gute Nachricht dabei: Der ungewohnte Mitbewohner ist nicht wirklich aggressiv, wie die Zoologische Staatssammlung München (ZSM) auf ihrem Blog versichert. Auch andere Experten beschwichtigen. Man müsse die Spinne schon reizen, damit sie zubeißt.

Etwas weniger beruhigend fallen die Einschätzungen zur Durchschlagskraft des „Nosferatu-Spinnen“-Bisses aus. Tödlich oder auch nur ernstlich bedrohlich ist der Kontakt mit den Spinnen-Beißerchen zwar nicht, solange man nicht allergisch ist. Bei der Frage, wie unangenehm der Biss ist, scheiden sich aber die Geister.

Der Biss sei „vergleichsweise harmlos“, erklärt die Zoologische Staatssammlung. Die Kollegen vom Naturkundemuseum Karlsruhe betonen hingegen, er sei „nicht vollkommen harmlos“. Was denn nun?

„Nosferatu“ kam wohl als blinder Passagier

Das hängt wohl von den Vergleichsmaßstäben ab. Die Wahrheit dürfte sein: Spaßig ist die Bekanntschaft mit der Kräuseljagdspinne nicht. Schlimmer als ein milder Bienen- oder Wespenstich ist sie aber in keinem Fall. Die Wirkung sei sogar „meist schwächer als ein Wespenstich“, heißt es aus Karlsruhe. Eine Hautrötung oder -Schwellung um die Bissstelle herum halte höchstens zwei Tage an.

Andere Regionen in Deutschland haben sich übrigens schon länger mit der Kräuseljagdspinne arrangiert. Vor circa 20 Jahren kam das Insekt aus dem Mittelmeerraum im Oberrheintal in Deutschland an. Vermutet wird, dass „Nosferatu“ als blinder Passagier im Urlauber-Koffer eingeschleppt wurde. In Deutschland halfen dann steigende Temperaturen bei der Eingewöhnung - die Spinne überlebt derzeit aber nur in Häusern, nicht im Freien. In München ist ihr Vorkommen seit gut einem Jahr von der ZSM dokumentiert.

Es gibt einen weiteren Neuankömmling - und der ist ungemütlicher drauf...

Damals stießen die Zoologen übrigens auch noch auf eine weitere, in diesen Breiten ungewohnte, Spinnenart. Und die ist etwas ungemütlicher drauf als „Zoropsis spinimana“. Die „Mildes Dornfingerspinne“ kann nach Angaben der Münchner Wissenschaftler ein klein wenig forscher sein, wobei ihr Biss dem Stich einer Wespe oder Biene gleicht. Ein aggressiver Unruhestifter ist auch sie aber nicht.

In München gab es jedenfalls bereits einen Bissunfall, der Übeltäter wurde der Staatssammlung übergeben und befindet sich in deren Magazinen in Obermenzing. „In Zukunft ist vermehrt mit der Einwanderung wärmeliebender Arten zu rechnen“, teilte die Staatssammlung damals mit.

Übrigens: Die Jagdgewohnheiten der Nosferatu-Spinne klingen dann doch tatsächlich ein wenig gruselig. Denn die Kräuseljagdspinne baut nicht etwa Netze wie eine gewöhnliche Spinne. „Vielmehr fangen sie ihre Beute, indem sie diese verfolgen und im Sprung überwältigen.“ So ist es auf der Homepage des Naturkundemuseums Karlsruhe nachzulesen. Die gute Nachricht: Menschen sind von der Kräuseljagdspinne bislang noch nicht im Sprung überwältigt worden - so viel ist sicher.

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fn

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