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Wer erwürgte die 59-jährige Christine Stöter?

„Aktenzeichen XY...ungelöst“

Neue Hinweise im Mordfall Christine Stöter

Etwa 100 Hinweise auf den seit 22 Jahren ungeklärten Mord an Christine Stöter sind nach der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ bei der Mordkommission in München eingegangen.

„Wir nehmen jeden Hinweis ernst und gehen jedem Anruf nach“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Viele der Anrufer gaben der Kripo Hinweise auf die speziellen Knoten in der gelben Wäscheleine, mit der der Täter das Opfer Christine Stöter gefesselt und erwürgt hat. Eine heiße Spur auf den Täter sei bisher noch nicht dabei gewesen. 

Wie berichtet, stellte das ZDF am Mittwochabend bei „Aktenzeichen XY – ungelöst“ nach, wie Christine Stöter am 17. März 1993 wohl ums Leben kam. Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten die damals 59-Jährige einen Tag später tot in ihrer Wohnung an der Fürkhofstraße 5 in Oberföhring gefunden. Unter einem Vorwand schaffte es der Täter damals, in die Wohnung gelassen zu werden. Spuren, die die Polizei später am Tatort sichert, deuten darauf hin, dass die beiden sich unterhielten und Wasser tranken. Irgendwann überwältigt der Mann sein Opfer, zerrt es ins Schlafzimmer, fesselt, entkleidet und stranguliert es mit einer vermutlich mitgebrachten, gelben Wäscheleine. Als die 59-Jährige tot ist, versucht der Täter, die Leiche mithilfe von Toilettenpapierrollen in Brand zu stecken. Allerdings erlischt das Feuer wegen Sauerstoffmangels sehr schnell. Der Täter entkommt unerkannt.

2009 werden Fallanalytiker der Polizei beauftragt, sich den Fall noch einmal genauer anzusehen. Sie erstellen ein mögliches Täterprofil und schauen dabei auf die Spuren am Tatort und an der Leiche. Daraus ergibt sich ein Bild von dem Mann, den die Polizei bis heute sucht. Wahrscheinlich hat der Mann ein mehr oder weniger ausgeprägtes zwanghaftes Verhalten, zum Beispiel nach Ordnung oder Struktur. Er konsumiert sehr wahrscheinlich Pornographie. Nach der Tat kann er durch Unruhe oder Zurückgezogenheit aufgefallen sein. Möglicherweise fehlte er am Arbeitsplatz. 

Die Ermittler vermuten den Täter im entfernteren Bekanntenkreis des Opfers. Die Polizei (089 / 29 10-0) hofft auch darauf, dass sich Frauen melden, die vor und nach 1993 Erfahrungen mit einem Mann gemacht haben, der sie gefesselt hat – mit mehreren Knoten und dem Unterlegen von Handtüchern an den Gelenken. Vielleicht hat der Täter schon damals eine Wäscheleine verwendet.

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