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Tempo-30-Zone in der Altstadt: Oft wird in der Landeshauptstadt das Tempolimit ignoriert.

Neue Lasertechnik wird angeschafft

Stadt will mehr Raser in 30er-Zonen abstrafen

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Weil Geschwindigkeitskontrollen in 30er-Zonen mit Radar-Geräten oft nicht möglich sind, investiert die Stadt in Laser-Technik. Damit sollen bald mehr Temposünder erwischt werden können.

München - Gut 80 Prozent des Münchner Straßennetzes sind Tempo-30-Zonen. Während die Polizei auf den Hauptverkehrsstraßen der Stadt Geschwindigkeits-Kontrollen macht, überwacht die kommunale Verkehrsüberwachung der Stadt die 30er-Zonen mit mobilen Blitzern in fünf Fahrzeugen. Da die Radartechnik in diesen jedoch veraltet ist, schafft das Kreisverwaltungsreferat nun einen VW Caddy an, der dann mit Lasermesstechnik ausgestattet mehr Raser in 30er-Zonen dort überführen soll, wo das bislang nicht möglich ist.

Eine dieser Straßen liegt in Kirchtrudering: Anwohner und Lokalpolitiker wünschen sich schon länger mehr Tempo-Kontrollen an der Kirchtruderinger Straße. Doch ist das messtechnisch nicht möglich, heißt es seitens des KVR. Die Vorgaben für gerichtsverwertbare Kontrollen sind nämlich streng: So muss zum Beispiel ein Abstand von mindestens 200 Metern zu den 30er-Schildern eingehalten werden, in dem nicht kontrolliert werden darf. Außerdem braucht die Radartechnik eine gerade Messstrecke von mindestens 45 Metern, an denen auch noch ein intakter Bordstein oder eine Fahrbahnbegrenzung zur präzisen Ausrichtung der Messfahrzeuge vorhanden sein muss. Und dann benötigen die Kontrolleure auch noch einen entsprechenden Parkplatz für ihr Auto dort.

Neues Kontroll-Mobil ab Spätsommer

„Die Kirchtruderinger Straße wird seit Jahren regelmäßig für Messzwecke angefahren“, heißt es in einem Schreiben aus dem KVR. Es gebe dort aber bislang „erhebliche Einschränkungen“, weshalb gerichtsverwertbare Geschwindigkeitskontrollen „nur sehr selten“ möglich sind. Unter anderem an der Kirchtruderinger Straße soll darum das neue Kontroll-Mobil (Kosten etwa 80.000 Euro) ab Spätsommer zum Einsatz kommen.

Mittelfristig soll die gesamte Flotte laut KVR auf Laser-Technik umgerüstet werden. Da vor wenigen Tagen eines der fünf Fahrzeuge von einem Kleintransporter gerammt und schwer beschädigt wurde, dürfte bereits mit der Ersatzanschaffung schon bald mindestens ein zweites Laser-Modell geordert werden.

70.500 Tempo-Verstöße in Münchner 30er-Zonen

Im vergangenen Jahr wurden laut KVR knapp 70.500 Tempo-Verstöße in Münchner 30er-Zonen festgestellt. Gut jeder zehnte Fahrer – so die langjährige Erfahrung – ist bei den Kontrollen zu schnell unterwegs. 88 Prozent der ertappten Temposünder sind mit bis zu 15 Stundenkilometern zu flott unterwegs (Verwarnungsgeld 15 bis 25 Euro), weitere acht Prozent zwischen 16 und 20 Stundenkilometer zu schnell (35 Euro Verwarnung). Nur vier Prozent der Tempo-Sünder liegen im Bußgeldbereich mit Punkten in der Verkehrssünderdatei und gegebenenfalls Fahrverboten.

Nach Angaben des KVR nahm die Stadt im vergangenen Jahr 1,94 Millionen Euro durch die mobilen Geschwindigkeitskontrollen ein. Demgegenüber standen Kosten von 1,69 Millionen Euro. Der Überschuss von 250.000 Euro fließt in den allgemeinen städtischen Haushalt. 

Lesen Sie auch: BA fordert: „Tempo 30 und Fahrradstraße“

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