Anstelle des Großmarkts soll sich ein mondänes Schwabing etablieren: Läden, Wohnungen, Büros und feine Herbergen gehören zum Konzept der Hurler-Gesellschaft. Foto: Westermann

Der neue Luxus an der Leopoldstraße kommt ein Jahr später

München - Die neue Flanke an der nördlichen Leopoldstraße, „Leo 152“ genannt, wird ein Jahr später als zunächst geplant in Angriff genommen.

Die neuen Bauten an der Ostseite des Schwabinger Boulevards sollen nun erst Anfang 2011 emporwachsen. Noch gebe es Abstimmungsbedarf mit der Stadt, so der Bauherr. Das Planungsreferat der Stadt ließ verlauten, dass zu Beginn des Jahres 2010 mit einer endgültigen Genehmigung zu rechnen sei.

Bis dato halten ein Metro-Großmarkt und das Hotel Holiday Inn die Stellung auf dem langgestreckten Grundstück zwischen Leopold- und Berliner Straße. Der Bauherr des neuen Stadtquartiers ist die „Jost Hurler Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft“.

Das Siegerkonzept für das Projekt hatte das Architekten-Büro „03 München“ abgeliefert. Mark Hofmann, Projektleiter für Leo 152, sieht weiteren Beteiligungsschritten im Verlauf des Genehmigungsverfahrens entgegen.

„Bei den Münchner Behörden stoßen die Planungen überall auf offene Ohren“, sagt Michael Hardi, Pressesprecher beim Planungsreferat der Stadt München. Der Genehmigung durch den Stadtrat Anfang 2010 stehe aus seiner Sicht eigentlich nichts im Wege.

Das neue Wohn- und Büroquartier scheint auch bei den Bewohnern in der Umgebung gut anzukommen. „Jedes Mal, wenn die Schwabinger die Pläne sehen, sind sie begeistert“, sagt Hardi.

Dass die Abbruch-Maschinen erst 2011 anrücken sollen, ist von der Hurler-Gesellschaft mit dem Hotel Holiday Inn schon abgesprochen. „Das Hotel ist momentan noch gut belegt“, so Gerhard Kanzler, Geschäftsführer des Hurler-Unternehmens. „Bis Ende 2010 hat das Hotel noch Reservierungen. Dann wird es seine Tore schließen.“ Die Hurler-Gesellschaft will mit dem geplanten 42 000 Quadratmeter umfassenden Komplex Leopoldstraßen-Flair mit reichlich Veredelungs-Elementen würzen. Ein Luxushotel mit Restaurants, Kongressräumen und Wellnessbereichen soll gehobene Klientel anlocken.

24 Meter hohe Gebäude werden die Leopoldstraße künftig auf einer Länge von 550 Metern an der Ostseite säumen. Das Raumprogramm umfasst Läden, Büros und Wohnungen. Insgesamt sind 180 bis 200 Wohnungen vorgesehen.

Die Hochbauten werden bis in 50 Meter Höhe wachsen. „So eine vielfältige Nutzung von Wohn- und Arbeitsbereichen gibt es bisher noch nicht in München“, sagt Gerhard Kanzler.

Zudem will der Bauherr mit edler Schaufenster-Dekoration dem ganzen Komplex ein besonderes Gepräge geben. „Die Geschäftsräume haben eine Höhe von sechs Metern“, sagt Kanzler. „Diese Ausstattung findet man bisher nur an der Maximilianstraße.“ Für den letzten Schliff empfahlen die Architekten von „03 München“ hohe Säulenpappeln auf beiden Straßenseiten.

Jahrzehntelang prägte der Hurler-Großmarkt diesen Abschnitt der Leopoldstraße. Nördlich davon sollte dem Flower-Power-Publikum mit dem „Schwabylon“ ein Tempel für den Zeitgeist geschaffen werden. Doch dem Geschäftskonzept war kein dauerhafter Erfolg beschieden.

Sorana Scholtes

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