Neue Sozial-Fahrkarte ist ein Renner

München - Sprunghafte Steigerung beim Verkauf des MVV-Angebots „IsarCard S“ – Viele Bezieher wollen aber auch die Einfach-Tickets behalten.

Das neue Sozialticket des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes MVV erfreut sich großer Beliebtheit. Die ersten Abrechnungen weisen auf ein sprunghaft wachsendes Interesse der Münchnerinnen und Münchner hin, die soziale Unterstützung beziehen und die häufig in der Stadt und darüber hinaus unterwegs sind.

Die Monats-Fahrkarte – IsarCard S genannt – kostet pro Monat 22,90 Euro im Innenraum und 38,60 für den gesamten MVV-Bereich.

Im Start-Monat April wurden noch 8918 Tickets verkauft, im Mai bereits 11 993. Weiter berichtet Monika Niedermayer vom Sozialreferat der Stadt: „Da hat eine Umschichtung stattgefunden.“ Bisher wurden nur ermäßigte Einzel- und Tageskarten angeboten. Deren Verkauf ist mit Einführung der IsarCard S um 15 Prozent geschwunden.

Jahrelang war der Ruf nach attraktiven Sozial-Fahrkarten im Stadtrat laut geworden – und ohne Folgen verhallt. Schließlich taten sich dann doch das städtische Verkehrsunternehmen MVG, die S-Bahn-Repräsentanten und das Sozialreferat zusammen und ersannen die Tickets für Leute mit schmalem Geldbeutel. Deshalb können auch nur Münchner diese Fahrkarte bekommen. Voraussetzung dafür ist der Besitz eines München-Passes, den das Sozialreferat ausgibt. Angesprochen sind Bezieher von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II und XII.

Ein Erwachsener kann bis zu drei Kinder kostenlos mitnehmen. Eine Einschränkung aber gibt es: Wie bei der IsarCard 9 ist die Nutzung des S-Tickets von Montag bis Freitag erst ab neun Uhr möglich. Das Angebot richtet sich an rund 60 000 Münchner.

Bislang gilt die Geschäftsgrundlage: Nach einem halben Jahr der parallelen Führung der einfachen Karten und der subventionierten IsarCard sollten die Einzel- und Tageskarten Ende September 2009 auslaufen. Dahinter steht der Wunsch, die bürokratische Abwicklung der Sozialfahrscheine zu reduzieren.

Doch viele Bezieher wollten die Wahl zwischen einfachen und Isarkarten beibehalten wie sie seit April besteht. Im Herbst wird der Stadtrat mit dieser Frage konfrontiert, denn diese Fahrkarten müssen aus dem Münchner Sozialetat alimentiert werden.

Eberhard Geiger

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