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Neue Spur im Mord an Domenico L.!

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Von: Sven Rieber

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Zwei Tatorte – derselbe Täter? Am 28. Mai ist der italienische Luft- und Raumfahrtingenieur Domenico L.  an der Erhardtstraße erstochen worden. Der Mörder konnte damals unerkannt entkommen, hinterließ aber eine Blutspur. Am Schlosskanal kam es am vergangenen Wochenende zu einer ähnlich hochaggressiven Tat.

München - Wegen Parallelen zwischen dem Mord an dem Italiener Domenico L. im Mai an der Erhardtstraße und einer Würge-Attacke am Schlosskanal vergangene Woche wird die Täter-DNA der beiden Fälle verglichen.

Ist der brutale Radfahrer, der einen Mann mit einem Kettenschloss am Nymphenburger Schlosskanal gewürgt hat, womöglich auch der Mörder von Domenico L.? Beiden Attacken gingen plumpe Provokationen zuvor, eskalierten rasch in großer Brutalität und richteten sich gegen Männer, die mit ihrer Freundin unterwegs waren. Die Polizei hat darum einen richterlichen Beschluss für die Entnahme einer Speichelprobe erwirkt. Der 33-Jährige, der in Untersuchungshaft sitzt, weigert sich bislang jedoch noch, diese abzugeben.

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Domenico L.

Der wegen schwerer Körperverletzung vorbestrafte Münchner hatte am vergangenen Sonntag einen 35 Jahre alten irakischen Angestellten, der mit seiner Freundin (23) am Schlosskanal spazieren ging, attackiert. Der 33-Jährige radelte zunächst neben dem Paar her und belästigte dieses. Der Iraker rief den Mann zur Ordnung, dann setzte er sich mit seiner Freundin auf eine Bank. Doch plötzlich bremste der 33-Jährige hart ab, warf sein Rad zu Boden und versuchte, den Iraker mit einem Kettenschloss zu strangulieren. Dabei fügte er ihm eine Platzwunde am Auge zu. Passanten kamen zu Hilfe und hielten den Gewalttäter fest, bis die Polizei kam.

Wie aus dem Präsidium nun zu hören ist, sehen die Mordermittler der Sonderkommission Cornelius in dem merkwürdigen Angriff Parallelen zu dem noch ungeklärten Mord an dem italienischen Luft- und Raumfahrtingenieur Domenico L., der am Abend des 28. Mai an der Erhardtstraße erstochen worden war. Hier hatte der Täter zuvor Domenicos Freundin grundlos angespuckt. Als der Italiener den Mann zur Rede stellte, reagierte dieser sofort hochaggressiv und tötete den 31-Jährigen mit mehreren Messerstichen. Anschließend flüchtete er unerkannt.

Von dem Isar-Mörder gibt es aber eine Gen-Spur, weil er sich offenbar selbst bei der Tat geschnitten hatte. Diese soll nun mit der DNA des Würgers vom Schlosskanal verglichen werden. Wie von Ermittlern bestätigt wird, gibt es einen richterlichen Beschluss für die Entnahme einer Speichelprobe. Ob und wann es dazu kommt, bleibt abzuwarten. Bislang hat sich der 33-Jährige geweigert, die Probe abzugeben. Der Beschluss wird jedoch, da sind sich die Ermittler sicher, kaum gekippt werden. Im Laufe der kommenden Wochen dürfte die Probe notfalls auch unter Zwang genommen werden. Der 33-Jährige sitzt seit dem Angriff in Nymphenburg ohnehin wegen gefährlicher Körperverletzung in U-Haft. Da er keinen festen Wohnsitz und zudem eine offene Bewährungsstrafe hat, wurde er direkt nach Stadelheim gebracht.

Sven Rieber

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