Standorte neuer Gaskraftwerke

Nach Bürgerentscheid: Hier wird München künftig eingeheizt

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Nach dem Bürgerentscheid Raus aus der Steinkohle reagieren die Stadtwerke. Nach Informationen unserer Zeitung werden derzeit elf Standorte geprüft, wo insgesamt sechs Gaskraftwerke errichtet werden könnten. Sie sollen ab 2022 den Kohleblock in Unterföhring ersetzen. 

München - Nach dem Bürgerentscheid Raus aus der Steinkohle reagieren die Stadtwerke. Nach Informationen unserer Zeitung werden derzeit elf Standorte geprüft, wo insgesamt sechs Gaskraftwerke errichtet werden könnten. Sie sollen ab 2022 den Kohleblock in Unterföhring ersetzen. 

118 513 Münchner hatten am 5. November zugestimmt, den Kohleblock im Heizkraftwerk Nord bereits 2022 stillzulegen. 78 218 Bürger stimmten mit Nein. Die Wahlbeteiligung lag lediglich bei 17,8 Prozent. Die Stadtwerke hätten noch ein paar Jahre warten können.

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Nun suchen sie händeringend nach neuen Standorten, um dort dann Gas statt Kohle zu verfeuern. Denn: Das Kraftwerk (Kohle- und Müllverbrennung) versorgt den gesamten Bereich des Münchner Nordwestens mit Wärme. Und die muss irgendwo herkommen, wenn 2022 keine Kohle mehr verheizt wird.

Ob der Kohleblock abgeschaltet wird, entscheidet letztlich die Bundesnetzagentur. Die Behörde ist mit der Aufsicht über die deutschen Stromnetze betraut. Sie muss sicherstellen, dass genug Energie ins Netz eingespeist wird, um den Bedarf zu decken. Sollte der Block 2 systemrelevant sein, also für die Versorgung der Bürger unerlässlich, würde er 2022 nicht abgeschaltet.

Gleichwohl rüsten sich die Stadtwerke nun für eine positive Entscheidung. „Wir müssen ja die Heizleistung irgendwie ersetzen“, sagt ein Insider. Die Größe der jeweiligen neuen Gebäude sei unklar, auch die Kostenfrage. Entstehen sollen aber wohl mindestens fünf, eher sechs neue Gaskraftwerke.

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Dort wird mit Hilfe von vorzugsweise Erdgas Wasser erhitzt, das dann durch die Fernwärmeleitungen gepumpt wird. Das Verbrennen von Gas gilt als weniger umweltschädlich als die bisherige Kohleverbrennung, weil weniger CO2 emittiert wird. Im Vorjahr hatte Block 2 rund 1,7 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid ausgestoßen. Das entspricht etwa der Menge des gesamten Münchner Autoverkehrs.

Kritiker des früheren Kohleausstiegs hatten stets ins Feld geführt, dass neue Kraftwerke einige Jahrzehnte in Betrieb sein müssten, damit sich am Ende die Investitionen rechnen. Ursprünglich wollten die Stadtwerke Mitte des nächsten Jahrzehnts aus der Energieerzeugung mittels fossiler Brennstoffe aussteigen. Das Vorhaben dürfte sich mit neuen Gaskraftwerken vermutlich verzögern.

Die möglichen Standorte

Die Stadtwerke München (SWM) untersuchen derzeit elf Standorte in der Stadt, auf denen neue Gaskraftwerke entstehen könnten. Die Rede ist von bis zu sechs Kraftwerken, Dimension und Kosten sind noch unklar. Demnächst sollen die Bezirksausschüsse über die Prüfungen informiert werden. Los geht es am 22. Februar in Schwabing-West. 

Mögliche Standorte sind an der Kreuzung Dülfer-/Raheimstraße; nördlich des Hügels am Luitpoldpark; im Kreativquartier an der Dachauer Straße; 4 nahe des Umspannwerks an der Landshuter Allee; im Bereich Birketweg/Postbriefzentrum; in der Nähe des Heizwerks an der Theresienstraße; an der Katharina-von-Bora-Straße; im Bereich des Nussbaumparks; nahe der Städtischen Kliniken an der Thalkirchner Straße; am Parkplatz des Cosimabades sowie im östlichen Bereich des Ostparks an der Heinrich-Wieland-Straße.

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