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Sieben Züge der Baureihe C2 waren bis September im Einsatz, um die Linie U6 zu entlasten. Wegen Problemen beim Stromabnehmer müssen sie derzeit im Depot bleiben.

Technische Probleme

Neue U-Bahnen müssen im Depot bleiben

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Eigentlich sollten die neuen U-Bahn-Züge vom Typ C2 eine Entlastung für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sein – jetzt sind sie zu ihrem größten Problem geworden.

Denn Ende September mussten die derzeit sieben theoretisch einsatzfähigen C2-Züge außer Betrieb genommen werden, wie die MVG bestätigt. Der Grund sind technische Probleme mit dem Stromabnehmer.

„Bei unseren regelmäßigen Inspektionen haben unsere Techniker festgestellt, dass es an den Stromabnehmern mehrfach zu elektrischen Überschlägen gekommen ist“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. Dadurch seien diese Bauteile beschädigt worden. Mittlerweile seien die sieben betroffenen Stromabnehmer ausgetauscht worden, allerdings müssen die Züge noch so lange im Depot bleiben, bis die Ursache der Kurzschlüsse geklärt ist. Und das scheint nicht ganz einfach zu sein. „Die Ursache konnte noch nicht abschließend geklärt werden“, sagt Korte.

Das Problem besteht also weiter. „Gemeinsam mit dem Hersteller der Züge arbeiten wir an der Ursachenforschung und einer Lösung“, so Korte weiter. Die Stromschiene, die die Züge mit Elektrizität versorgt, sei bereits untersucht worden – ohne einen Fehler zu finden. Es spricht also einiges dafür, dass das Problem nur gemeinsam mit der Firma Siemens, dem Hersteller der Züge, aufzuklären ist. Wie lange diese Fehlersuche dauern könnte, ist im Moment noch völlig offen. „Einen Zeitpunkt für die Wiederinbetriebnahme können wir angesichts der offenen Fragen leider noch nicht nennen“, sagt Korte.

Für die MVG ist es eine Herausforderung, die ausgefallenen Züge zu ersetzen. Denn eigentlich sollten diese den Betrieb auf der Linie U6 entlasten, einer der meistgenutzten U-Bahnlinien. Insgesamt hat die MVG zwölf C2-Züge im Fuhrpark, von denen bisher allerdings nur sieben zugelassen sind. Der Streit um die Zulassung hatte die Einführung der Züge ohnehin über Jahre verzögert, umso ärgerlicher, dass sie jetzt wieder ausfallen. „Wir fahren derzeit am Limit“, sagt Korte. Trotz aller Probleme komme es aber nicht zu nennenswerten Ausfällen, die Züge führen nach Plan. Für die Fahrgäste habe im übrigen zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden. „Diese Stromüberschläge sind im laufenden Betrieb nicht zu bemerken, sonst hätten wir es mit zahlreichen Betriebsstörungen wegen liegengebriebener Fahrzeuge zu tun bekommen“, so Korte.

Ein weiteres Problem im U-Bahn-Netz hat die MVG dagegen lösen können. Wegen Problemen mit der automatischen Steuerung von U-Bahn-Zügen waren auf der U2 Verstärkerzüge ausgefallen. „Diese Probleme sind zum Glück behoben, seit einigen Wochen fahren die Züge wieder normal“, sagt Korte. Die MVG ist hier mit einem blauen Auge davongekommen. „Es waren weniger Züge betroffen als zunächst befürchtet, zudem konnte das Problem schnell eingegrenzt werden.“ Jetzt können sich die MVG-Techniker also voll und ganz auf die Ursachen-Suche bei den C2-Zügen konzentrieren.

Marc Kniepkamp

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