Neuer Glanz für die Salvatorkirche

München - Sie ist ein Kleinod im Herzen der Stadt: Die griechisch-orthodoxe Salvatorkirche. Nach zwei Jahren Restaurierung erstrahlt sie in neuem Glanz, offen und lichtdurchflutet. Eine Besuch:

Mit einem großen Dankgottesdienst feiern Münchens orthodoxe Griechen am Samstag die gelungene Sanierung eines Monuments der Integration: Die Salvatorkirche wird nach knapp zweijährigen Bauarbeiten wieder eröffnet. Das Gotteshaus am Salvatorplatz im Herzen der Stadt ist für viele der 23 000 Griechen in München weit mehr als ein Ort, an dem man sich trifft und betet. „Wir sind kein Fremdkörper hier, sondern Teil der Gesellschaft“, sagt Erzpriester Apostolos Malamoussis.

„Wir sind hierher gekommen, um das tägliche Brot zu verdienen“, beschreibt er die Situation seiner Landsleute. „Nun wollen wir unsere Kultur nicht nur erhalten, sondern sie auch der hiesigen Bevölkerung zeigen.“ Doch zuvor galt es, das sanierungsbedürftige Gebäude wieder zu einem Schmuckstück zu machen. Zwar trägt der Freistaat laut Vertrag die Baulast, „aber ein Drittel der Kosten müssen wir selbst aufbringen“, so Malamoussis. Ein Kuratorium mit prominenten Fürsprechern sammelte Spenden für die Gemeinde, die keine Kirchensteuer erhebt – so erfolgreich, dass Malamoussis heute sagen kann: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Lichtdurchflutet steht die einst eher düstere Kirche nun da, mit hellem Steinboden und Einzelbestuhlung, die sich nach dem Gottesdienst auch schnell zum Bleiben und Ratschen umstellen lässt. „das war uns besonders wichtig, dass die Kirche hell im alten Glanz erstrahlt“, sagt Malamoussis. Säulen und Gewölberippen leuchten in einem hellen, warmen Ockerton. Die Farbe sei nach alten Befunden so ausgewählt worden, dass sie mit den Malereien der Ikonostase harmoniert, betont der Priester.

Die in orthodoxen Kirchen obligatorische Wand zwischen Kirchenschiff und Altarraum wurde von Leo von Klenze entworfen. Die Ikonen stammen von einem alten Meister. Sein Lieblingsmotiv sei die Christus-Ikone rechts neben dem Altar, sagt Malamoussis. „Er sitzt da als König und Richter. In der einen Hand hält er das Evangelium, mit der anderen segnet er. Das ist kein strafender, sondern ein menschenliebender Gott. Und genauso sehe ich meine Aufgabe als Priester.“

Am Samstag, 8. Mai, beginnt um 17 Uhr ein Dankgottesdienst mit Metropolit Augoustinos, um 20 Uhr folgt ein Benefizkonzert im Cuvilliéstheater. Und wenige Tage später soll sich St. Salvator einmal mehr als Triebfeder der Ökumene bewähren: Als Mitveranstalter einer orthodoxen Vesper, die am Freitag, 14. Mai, einen der Höhepunkte des 2. Ökumenischen Kirchentags einläuten soll: eine interreligiöse Tischgemeinschaft an 1000 Tischen auf dem Odeonsplatz.

Peter T. Schmidt

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