Von der Exzellenzinitiative haben TU und LMU bisher erheblich profitiert, unter anderem der Bereich Nanowissenschaften.

Exzellenzinitiative

Neuer Wettstreit um Uni-Fördermittel

München - Es geht um Geld, um viel Geld. Der Bund will mit einer milliardenschweren Exzellenzinitiative Universitäten und die Karrieren junger Wissenschaftler fördern.

LMU und TUM haben bisher extrem von diesem Kuchen profitiert. Am Freitag unterbreitet eine Expertenkommission Vorschläge, wie die Neuverteilung der Finanzmittel aussehen könnte.

Das Bund-Länder-Förderprogramm für exzellente Forschung läuft im September 2017 aus, ein neues soll her. Es umfasst fünf Milliarden Euro für die Jahre 2018 bis 2028. Klar, dass sich die Technische Universität (TUM) und die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) gute Chancen ausrechnen, bei der Neubewerbung wieder zum Zuge zu kommen. Der Ruf ist gut. In einem aktuellen internationalen Ranking sind Absolventen der beiden Münchner Unis beliebt. 6400 Personalchefs und Manager wurden vom Marktforschungsunternehmen Trendence befragt. Ergebnis: Die TUM ist national die Nummer eins, die LMU folgt auf Platz drei. Weltweit liegt die TUM auf Platz elf, die LMU auf Rang 41.

Ein Reputationsgewinn, der auch hilfreich beim Einwerben von Drittmitteln aus der Wirtschaft ist. In Deutschland dürfen sich derzeit elf Lehranstalten mit dem Titel Elite-Universität schmücken. Neben den beiden Münchner Unis sind dies die Humboldt-Universität Berlin, die Universität Bremen, die TU Dresden, die Uni Köln, die Eberhard-Karls-Universität Tübingen, die RWTH Aachen, die Freie Universität Berlin, Heidelberg sowie Konstanz.

Die Exzellenzinitiative besteht aus drei Förderrichtlinien. Herzstück sind sogenannte „Exzellenzcluster“. Über die Vernetzung von Forschern unterschiedlicher Fachgebiete und Institutionen werden hier innovative Projekte auf Weltklasseniveau gefördert. Graduiertenschulen bieten Doktoranden eine professionell organisierte wissenschaftliche Ausbildung. Drittes Standbein sind Zukunftskonzepte für die gesamte Universität. Diese beinhalten viele Einzelprojekte. Gerade die TUM versteht sich strategisch als „unternehmerische Universität“. Nach Auskunft von Sprecher Klaus Becker hat die TUM von 2006 bis 2017 staatliche Fördermittel in Höhe von 289 Millionen Euro erhalten. 152 Millionen Euro entfielen auf Exzellenzcluster, 120 Millionen Euro auf Zukunftskonzepte und 17 Millionen Euro auf die Graduiertenschulen. Mehr als 300 junge Wissenschaftler konnten durch die Exzellenzinitiative unmittelbar gefördert werden.

Ähnlich ist die Größenordnung bei der LMU mit 350 bis 400. Die finanzielle Unterstützung beläuft sich laut Sprecherin Luise Dirscherl auf 330 Millionen Euro seit 2006. Gefördert werden die Bereiche Nanowissenschaften, Proteinforschung, Laser- und Astrophysik sowie die Graduiertenschule in den Neurowissenschaften. Zusätzlich konnten aus Mitteln der Exzellenzinitiative drei Graduiertenschulen in der Systembiologie, den Altertumswissenschaften und – gemeinsam mit der Universität Regensburg – im Bereich der Osteuropastudien eingerichtet sowie ein Exzellenzcluster im Bereich der Systemneurologie gegründet werden.

TUM-Präsident Wolfgang Herrmann sagt, die Exzellenzinitiative habe eine große Dynamik in Gang gesetzt und die Identität der Universität erheblich gestärkt. „Die Leistungsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems ist in der Welt wieder sichtbar geworden.“ An der TUM hätten Forschungsprojekte, ein Qualitätssprung in der Doktorandenausbildung und neue Karrieresysteme etabliert werden können. Für die Zukunft hofft Herrmann, dass in Metropolregionen wie München alle verfügbaren Kräfte kooperativ gebündelt würden. „Dass wir in München das Schaulaufen der Institutionen erfolgreich beherrschen, haben wir gezeigt. Die Fortsetzung dieses Musters wäre langweilig. Gemeinsam sind wir stärker“, so Herrmann.

LMU-Präsident Professor Bernd Huber bezeichnet die Exzellenzinitiative als „Erfolgsgeschichte“- „Das war für uns eine Kraftspritze und hat die Spitzenforschung nachhaltig gefördert.“ Bei seinen Auslandsreisen spüre er, dass die Sichtbarkeit deutscher Unis enorm gestärkt worden sei. Wie die Förderformate künftig ausgestaltet werden, sei derzeit noch unklar, so Huber. „Es gibt allerlei Gerüchte.“ Angeblich steht die Förderung der Graduiertenschulen auf der Kippe. Grundsätzlich spricht sich der LMU-Präsident dafür aus, den Förderzeitraum von fünf auf sieben Jahre zu erhöhen.

Klaus Vick

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