Kleinere Außenanlagen sollen Platz machen für Forschung, Lehre und für die temporäre Eishalle. Quelle: google, MM-Grafik: Krasniqi

Neues Gesicht für Hochschul-Sportzentrum

München - Für 110 Millionen Euro soll eine der größten Fakultäten für Sport- und Gesundheitswissenschaften in Europa entstehen.

Die Planungen für die neue Zentrale Hochschul-Sportanlage im Olympiapark schreiten voran. Bis 2017 soll dort eine der größten Fakultäten für Sport- und Gesundheitswissenschaften in Europa entstehen. Wie sie einmal aussehen wird, soll nun ein Gestaltungswettbewerb entscheiden. Am kommenden Mittwoch befasst sich der Stadtrat damit.

Fast jeder Student in München kennt das Gelände des Zentralen Hochschulsports (ZHS) im nördlichen Olympiapark. Für Sportstudenten ist es der Mittelpunkt ihrer Hochschulkarriere. Doch auch alle anderen angehenden Akademiker, die einen Ausgleich zum Sitzen in Hörsälen suchen - etwa beim Beachvolleyball, Tennis oder Klettern - können das riesige ZHS-Angebot nutzen. Der Komplex ist allerdings in die Jahre gekommen (wir berichteten). Die Gebäude von anno 1972 sind marode und müssen, bis auf einen Neubau aus dem Jahr 2006, abgerissen werden.

Der Hausherr, die TU München, und das Staatliche Bauamt haben ehrgeizige Pläne für das Gelände. Für 110 Millionen Euro wollen sie die Anlage komplett neu errichten. Stadtbaurätin Elisabeth Merk informiert den Stadtrat darüber nun schriftlich in einer Vorlage. Demnach soll das Bauvolumen zwar das Gleiche bleiben - doch die Anzahl der Lehrstühle verdoppelt werden. Bis zu 2500 Studenten der Sport- und Gesundheitswissenschaften werden auf dem neuen Campus am Olympiapark studieren können.

Geplant ist, die Außensportflächen zu verkleinern. Dafür will die neue Fakultät aber einen besonderen Schwerpunkt in Forschung und Lehre setzen: Gesundheitsprävention, etwa auf dem Gebiet von Volkskrankheiten wie Diabetes. Trotz der Verkleinerung der Freisportflächen ist die Stadt zuversichtlich, dass sich das Breitensport-Angebot nicht verschlechtert. Sie hofft auch darauf, dass die TU-Tennisanlage verkleinert und verlagert wird - sodass neue Flächen entstehen, die die Allgemeinheit nutzen kann.

Doch bis es soweit ist, stehen die Bauherren vor einer großen Herausforderung: „Die neuen Gebäude sollen bei laufendem Betrieb auf dem ZHS-Gelände errichtet werden“, erläutert Gero Hoffmann vom Staatlichen Bauamt. Gebaut werden unter anderem eine Mensa, eine Bibliothek und ein Hörsaalzentrum sowie fünf Sporthallen, darunter eine Leichtathletikhalle und eine Gymnastikhalle. Freilich soll die neue Anlage auch wieder über Beachvolleyballfelder, Kletterfelsen, Rasenplätze und Basketballfelder verfügen.

Die alten Sporthallen sollen erst dann schrittweise abgerissen werden, wenn der Betrieb schon in neue Hallen umziehen kann. Geplant ist daher derzeit, die neuen Gebäude etwas nördlich der alten zu bauen - was jedoch bei Anwohnern auf Widerstand stößt. Und noch eine Hürde müssen die Bauherren nehmen: Erhält München den Zuschlag für Olympia 2018, würde auf dem ZHS-Gelände obendrein noch eine temporäre Eisschnelllaufhalle errichtet werden - neben den neuen ZHS-Bauten. Die Planer meinen: Die beiden Baustellen zu koordinieren, ist schwierig - aber machbar.

Gibt der Stadtrat grünes Licht, soll noch heuer ein Gestaltungswettbewerb für die neue ZHS ausgelobt werden. Baubeginn ist für 2014 geplant. 2017, rechtzeitig zu möglichen olympischen Spielen, soll alles fertig sein. Ob dieser Zeitplan in jedem Fall eingehalten wird, ist aber unklar: Wie zu hören ist, könnte es durchaus sein, dass der Freistaat die Bewilligung des Projekts noch einmal verschiebt, sollte München den Olympia-Zuschlag nicht erhalten.

Johannes Patzig

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