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Neues Hard Rock Cafe: „Schon fett“

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Will jungen Münchner Bands eine Chance geben: Marco Sellors, der Chef des Hard Rock Cafes, bei der Party zur Neueröffnung am Donnerstagabend vor einem extra angefertigten, beleuchteten Eisblock. foto: oliver bodmer
Will jungen Münchner Bands eine Chance geben: Marco Sellors, der Chef des Hard Rock Cafes, bei der Party zur Neueröffnung am Donnerstagabend vor einem extra angefertigten, beleuchteten Eisblock. foto: oliver bodmer

München - Nach seiner aufwändigen Renovierung will sich das „Hard Rock Cafe“ am Platzl bayerischer geben und Bühne sein für junge Musiker.

Es ist ja ein Phänomen. Kaum rennt man als Tourist durch irgendeine fremde Großstadt, landet man früher oder später beim Hard Rock Cafe. Nun gibt es die Menschen, die das völlig kalt lässt, und es gibt die, die in den Laden reinrennen, in den Shop natürlich, nicht in das Restaurant, um eines der weltberühmten T-Shirts zu erwerben. Die sehen im Prinzip zwar alle gleich aus, unterscheiden sich nur durch den Namen der Stadt, in der das Hard Rock Cafe steht, sind aber ein beliebtes Souvenir.

Das erklärt wohl, warum kaum ein Münchner ein Shirt der heimischen Hard-Rock-Filiale sein Eigen nennt. Das Cafe, das vor neun Jahren gegenüber vom Hofbräuhaus eröffnet hat, gehört den Touristen, da geht man nicht hin. Genau das will Marco Sellors ändern. Der Chef des Münchner Restaurants hat sein Haus aufwändig renoviert und umgebaut. Er hat etwa eine schicke Bar in die Mitte des Raumes gepflanzt, eine ansehnliche Lichtinstallation in Wellenform drübergehängt und die Stereoanlage mit mehr Wumms ausgestattet.

Die vielleicht wichtigste Änderung ist aber, dass Sellors die hiesige Musikszene zu fördern gedenkt: „Ich will an mindestens zwei Abenden die Woche Live-Musik auf der Bühne haben“, sagt er. „Auftreten sollen vor allen lokale Bands.“ Bei der großen Neueröffnungs-Party am Donnerstagabend hat er schon mal den angesagten Chiemgauer „Rockstar“ Stefan Dettl auftreten lassen, den Frontmann der Blaskapelle LaBrassBanda, der nun mit seinem ersten Solo-Album auf Tour geht.

Wenn der sich die 150 neuen, oft signierten Exponate anschaut, die traditionell in jedem Hard Rock Cafe hängen, sagt Dettl: „Es wäre natürlich eine Wahnsinnsehre, wenn hier später mal was von mir hängen würde. Aber soweit will ich gar nicht denken.“

Eine österreichische Sängerin ist da schon weiter. Am Eingang des erweiterten Shops hängt ein Outfit, das eine gewisse Christina „Sturmer“ bei einem Auftritt 2007 getragen hat. „Das ist schon fett“, sagt Christina Stürmer. „Ich finde das toll, dass sie auch jungen deutschsprachigen Künstlern Platz freiräumen.“

In der Tat sind seit der Renovierung nicht nur ein Clowns-Anzug von Freddie Mercury und - auf dem Weg zur Toilette - ein Strohhut von Elton John zu bestaunen, sondern auch eine Jacke von Adel Tawil (Ich + Ich) und Preise von Gentleman und Silbermond. Zur Eröffnung hat die Band Münchner Freiheit dem Cafe noch ein zerbrochenes Becken mitgebracht und Andreas „Bär“ Läsker, der Manager der Fantastischen Vier, ein weißes Jackett mit Engelsflügeln, das Rapper Thomas D. bei einem „Wetten, dass...?“-Auftritt getragen hat.

Läsker gestand bei der Party am Donnerstag, dass er eigentlich „überhaupt nicht auf HipHop“ stehe und dass er vielmehr die „vernünftige Musik“ schätze, die so im Hard Rock Cafe gespielt wird. Womit er kaum Whigfield gemeint haben dürfte, deren Lied „Saturday Night“ am späten Abend lief. Läsker gehört übrigens zu denen, die früher T-Shirts gesammelt haben. Jetzt hat er auch ein Shirt aus Munich, denn das gab es für die Gäste zum Abschied.

tba

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