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Soll sicherer gemacht werden: das Rathaus in München.

Stadtrat entscheidet

Neues Sicherheitskonzept: So will die Stadt das Rathaus sicherer machen

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München - Das Rathaus ist Münchens Schaltzentrale. Weil es so wichtig ist, soll es jetzt sicherer gemacht werden - mit harten Maßnahmen.

München - Manch einen Besucher mag das Münchner Rathaus an die Zauberschule Hogwarts aus Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Romanen erinnern. In dieser fiktiven Einrichtung ändern Treppen auf mysteriöse Weise ihre Richtung. Auch im Rathaus am Marienplatz verlieren selbst Kenner mitunter die Orientierung. OB Dieter Reiter (SPD) etwa ist seit 30 Jahren auf den Fluren unterwegs. „Und auch ich finde da immer noch neue Orte“, sagte er unserer Zeitung einst im Scherz. Doch zum Lachen ist vielen Mitarbeitern der Stadtverwaltung nicht mehr zumute. Das Rathaus ist nämlich nicht nur verwinkelt und lädt zum Verlaufen ein. Es ist auch nach allen Seiten und für jeden nahezu jederzeit offen. Das soll sich nun ändern.

Ein Security-Dienst soll wachen

Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat konkrete Maßnahmen vor, um das Sicherheitsniveau anzuheben. Laut Beschlussvorlage soll künftig ein Sicherheitsdienst auf den Rathausfluren patrouillieren, auch an Wochenenden und Feiertagen. Der Fokus liegt auf den sensibleren Bereichen, etwa bei der Bürgerberatung, den Büros der Bürgermeister, den Fraktionsräumen und Sitzungssälen. Die Ordner sollen ferner gegebenenfalls den Einlass kontrollieren und dem Sitzungsdienst bei Stadtratsversammlungen zur Hand gehen. Auch Taschenkontrollen sind möglich. Abgesehen davon sollen sich die Wächter um Besucher und Touristen kümmern und den Pförtner unterstützen.

Neue Schlüssel werden gebraucht

Ein weiteres Problem sieht die Verwaltung in der veralteten Schließanlage des Gebäudes. Sie möchte ein modernes, elektronisches Zutrittssystem einrichten. Solch ein System ist naturgemäß in der Anschaffung teuer. Doch könnte damit geregelt werden, wer zu welcher Zeit Zugang erhält – beispielsweise indem nur Berechtigte das Türschloss mit einem Transponder freischalten können. Wer wann Zutritt hat, soll in einem neuen Konzept erarbeitet werden.

Mit der neuen Schließanlage spare sich die Stadt Kosten, heißt es weiter, da bei Verlust des Schlüssels bisher etwa Schlösser ausgetauscht werden mussten. Das Thema Schließsystem könnte auch bei der derzeit laufenden Brandschutz-Untersuchung im Neuen Rathaus aktuell werden, wenn es etwa um Schließzylinder und Türstärken geht.

Neues Alarmsystem

Laut Beschlussvorlage soll zudem ein neues Alarmierungssystem für den Brand-, den Übergriffs- sowie den Amokfall eingeführt werden. Neben den herkömmlichen Meldern soll an PC-Arbeitsplätzen eine softwarebasierte Alarmierungsmöglichkeit geschaffen werden. Das bedeutet, dass ein Mitarbeiter mittels einer Tastenkombination im Falle eines An- oder Übergriffs einen Alarm auslösen kann.

Das neue Sicherheitskonzept geht auf einen Antrag von CSU-Vize Michael Kuffer zurück. Mit dem vorliegenden Ergebnis ist der Sicherheitsexperte nicht gänzlich zufrieden. „Wir müssen verhindern, dass Waffen ins Gebäude gebracht werden. Alles andere ist besser als nichts, aber im Härtefall eher Kosmetik.“

Keine erhöhte Gefahr

Hintergrund des neuen Konzepts sind die Terroranschläge und Amokläufe im vergangenen Jahr. Die Stadtverwaltung schreibt zwar, dass sich die Sicherheitslage nicht verändert habe. Es gebe auch keine besondere Gefährdung der Beschäftigten. Doch ist bisweilen auch die gefühlte Sicherheit, also das subjektive Empfinden ausschlaggebend. Und wie berichtet, fühlen sich einige Mitarbeiter bereits unwohl in den Fluren und sprechen von einem mulmigen Gefühl. 

Lesen Sie auch: Stadtratsbeschluss: Mehr Sicherheit für die städtischen Behörden sowie„Bürgernähe statt Abschottung - Grüne wollen offenes Rathaus behalten“

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