Nicht ohne Wapperl: Jetzt greift die Umweltzone

München - Das Ende der Schonzeit ist gekommen: Seit Neujahr gibt es kein Pardon mehr für Autofahrer, die mit einer gelben Abgas-Plakette in die Umweltzone einfahren. Ohne grünen Aufkleber ist das Gebiet innerhalb des Mittleren Rings jetzt Sperrzone.

Das Verbot gilt zwar bereits seit dem letzten Quartal 2012, doch Polizei und Kommunale Parküberwachung verteilten bislang noch keine Strafzettel. Damit ist jetzt Schluss. Wer sich nicht an die Regeln hält, egal ob im ruhenden oder fließenden Verkehr, riskiert seit dem 1. Januar ein Bußgeld von 40 Euro plus einen Punkt in Flensburg. Fahrten auf dem Mittleren Ring sind nach wie vor auch ohne und mit roter Plakette erlaubt.

Vorsicht: Die Regelung gilt nicht nur für Einheimische. Wer Besuch von auswärts erwartet, sollte ihn vorab informieren. Auf den Straßen markieren Verkehrsschilder alle Zufahrten in die Innenstadt (siehe Grafik). Die farbigen Plaketten bekommt man bei allen Kfz-Zulassungsstellen, den technischen Überwachungsvereinen wie TÜV oder Dekra, bei mehr als 30 000 autorisierten AU-Werkstätten oder auch im Internet.

Die Verbannung der Rußschleudern scheint zu wirken. Mit dem stufenweisen Ausbau der Umweltzone, der 2008 begann, nahm auch die Feinstaub-Belastung in der Stadt spürbar ab. Das bestätigte zuletzt Umweltreferent Joachim Lorenz (Grüne). Mit der Aussperrung von Fahrzeugen mit gelber Plakette ist die schrittweise Verschärfung der Bestimmungen in der Umweltzone nun abgeschlossen. Neue Restriktionen sind zwar nicht ausgeschlossen, bislang gibt es bei der Stadt aber keine entsprechenden Pläne.

Für Ausnahmefälle gibt es einen umfangreichen Katalog. Sondergenehmigungen kann es für Bewohner der Umweltzone, für Gewerbetreibende und für Lieferanten geben, die besonders wichtige Dienste leisten. Voraussetzung ist allerdings, dass es für die Fahrzeuge keine technische Möglichkeit gibt, einen Feinstaub-Filter nachzurüsten. Eine Ausnahmegenehmigung für Anwohner kostet 75 Euro pro Jahr, Gewerbetreibende zahlen 150 Euro. (Details im Internet unter www.muenchen.de/umweltzone)

Umweltpolitiker hoffen, dass die Automobil-Industrie bald Fahrzeuge auf den Markt bringt, welche die Euro-Norm 6 erfüllen. Denn von erweiterten Sperrzonen und schärferen Restriktionen im Straßenverkehr sei insbesondere beim Stickoxid nicht mehr allzu viel Wirkung zu erwarten, heißt es.

Eberhard Geiger

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