Noch zwei Hürden fürs Semesterticket

München - Das Semesterticket für Studenten der Technischen Universität und der Hochschule München rückt näher. Zwei entscheidende Fragen sind aber noch ungeklärt.

„Wir sind ein gutes Stück weitergekommen“, erklärte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch nach dem gestrigen Gipfeltreffen mit den Präsidenten der Technischen Universität München (TU) und der Hochschule München (HM). Beide Hochschulen haben im Einverständnis mit ihren Studenten zugesichert, ein zweijähriges Pilotprojekt finanziell zu unterstützen: Ab dem Wintersemester sollen Teile der Studienbeiträge dafür verwendet werden, falls der Münchner Verkehrsverbund (MVV) mit dem Semesterticket Verlust macht.

Die angedachte Lösung: Der Freistaat, die Stadt und die beiden Hochschulen teilen sich die Mehrkosten von einer Million Euro pro Jahr, mit denen der MVV rechnet.

Die Hochschulen sind nun sicher dabei: Gemeinsam würden sie 333 000 Euro aus den Studiengebühren bezahlen – eine vergleichsweise geringe Summe. Denn die TU nimmt jährlich 18 Millionen Euro durch Studiengebühren ein, die HM acht bis neun Millionen Euro. Weil die HM rund 15 000 Studenten hat und die TU um die 25 000, würde die TU 222 000 Euro bezahlen, die HM 111 000.

Auch die Stadt spielt bei dieser Lösung mit: Sie bleibt bei ihrem Angebot, ebenfalls ein Drittel der Mehrkosten zu übernehmen. „Der Oberbürgermeister steht zu seinem Wort. Das Angebot gilt“, sagt Pia Eichenseer aus der Stabsstelle von Christian Ude.

Der Freistaat will das Semesterticket auch unterstützen, muss aber noch die Finanzierung seines Drittels klären. Diese sei nur durch Kürzungen in anderen Bereichen möglich, betonte Heubisch. „Wir setzen aber alles daran, trotz der großen Probleme eine Lösung zu finden.“

Zwingend zu zu erfüllen ist für Heubisch noch eine weitere Voraussetzung: Über eine Million Euro dürften die Mehrkosten nicht hinausgehen, die der Freistaat, die Stadt und die Hochschulen ausgleichen müssen. Das müsse der MVV garantieren

Das kann der MVV aber nach heutigem Stand noch nicht. Sprecherin Beate Brennauer sagt: „Wir müssen erst neue Berechnungen anstellen und die letzte Tariferhöhung miteinbeziehen. Und wir müssen dafür wissen, wie viele Studenten im Sommersemester 2010 an der TU und der HM studieren.“

Der Ticketpreis wäre der, dem die Studenten im Winter zugestimmt haben. Weil die TU das Ticket bezuschussen will, müssten deren Studenten nur 49 Euro für eine werktags zeitlich beschränkte MVV-Nutzung zahlen, HM-Studenten 78,50 Euro. Für einen freiwilligen Aufpreis von 143,50 Euro könnten die Studenten uneingeschränkt im MVV-Netz fahren. Die LMU hatte gegen das Angebot gestimmt – für sie wird es ein Semesterticket zu diesem Preis frühestens zum Wintersemester 2011/2012 geben.

Kai Göpfert

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