A dabei? Mit Seehofer-Double Wolfgang Krebs (l.) gibt es ein Wiedersehen auf dem Nockherberg, wohl auch mit Stefan Murr (3. v. l.), der Minister zu Guttenberg mimt. Stephan Zinner (r.) alias Bayerns Umweltminister Markus Söder wartet noch auf einen Anruf von Singspielautor Alfons Biedermann.

Nockherberg: Heuer gibt's eine Oscarverleihung

München - Das Singspiel für das Derblecken auf dem Nockherberg nimmt Gestalt an. Nach Informationen des Münchner Merkur inszeniert Autor Alfons Biedermann heuer eine Art Oscarverleihung auf dem Starkbierolymp. Nur: Einige bekannte Double-Gesichter wird man wohl vergeblich suchen.

Noch sind es mehr als zehn Wochen, bis am 23. März das Singspiel beim Paulaner-Starkbieranstich über die Bühne geht. Doch es zeichnet sich bereits ab, dass es nach der Casting-Show „Bavaria sucht den Superpolitiker“, mit der Autor Alfons Biedermann 2010 sein Debüt beim traditionellen Derblecken bestritt, heuer eine Preisverleihung im Stil der Oscarverleihung auf dem Nockherberg geben wird.

„Eine lustige Idee“, findet Kabarettist Wolfgang Krebs, der bereits von Biedermann informiert wurde, dass er wieder als Ministerpräsident Horst Seehofer dabei ist. Er betont, dass er das Drehbuch noch nicht kennt – und fügt mit Seehofer-Stimme hinzu: „Mit Oscarverleihung wäre ich als Ministerpräsident aber nicht einverstanden. Oskar, da denkt ja jeder an diesen Lafontääne. Also wenn, dann müsste der Preis ,Golden Horst‘ heißen.“

Eine Oscarverleihung? „Des wär a Show“, sagt auch Stephan Zinner, der seit 2006 auf dem Nockherberg als fränkelnder Markus Söder gefeiert wird. „Der Herr Söder an sich würde sich sicher gerne einen Oscar verleihen lassen“, sagt er und lacht. Ob es so weit kommt, ist aber unklar. Denn Zinner weiß noch nicht, ob er wieder dabei ist. „Der Alfons hat sich noch nicht gerührt.“

Eindeutig zweideutig gibt sich Stefan Murr alias CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg. „Um mein Double zu zitieren: Ich wäre ein schlechter Politiker wenn ich vor der Wahl etwas über die Wahl sagen würde“, betont er – um dann hinterherzuschieben: „Nur so viel: Was wäre der Nockherberg ohne seinen zukünftigen Ministerpräsidenten Karl Theodor zu Guttenberg!“

Wie sich abzeichnet, könnte das Singspiel heuer ohne FDP-Chef und Außenminister Guido Westerwelle, zuletzt gespielt von Robin Brosch, auskommen. „Ein super Sparvorschlag vom Münchner Merkur“, frotzelt Wolfgang Krebs. „Die Umfragewerte der FDP lassen sich in Prozentzahlen gar nicht mehr ausdrücken, eher schon in Promille – und in Euro sind es sogar noch weniger.“ Ins gleiche Horn stößt Corinna Duhr, die auch heuer Kanzlerin Angela Merkel mimen wird: Sie sei sich nicht sicher, ob „Guido“ heuer dabei sei. „Der ist ja selbst in seiner eigenen Partei nicht mehr angesagt“, sagt sie und lacht.

Der echte Guido Westerwelle wird 2011 beim Derblecken in jedem Fall fehlen. Nach dem Eklat um Fastenprediger Michael Lerchenbergs KZ-Vergleich hatte der FDP-Chef empört gebeten, nicht mehr eingeladen zu werden. Die Paulaner-Brauerei kam seiner Bitte nach.

Spannend bleibt die Frage, ob OB Christian Ude 2011 vom Nockherberg veschwindet. Denn: Weder Stimmenimitator André Hartmann, der Ude 2010 erstmals mimte, noch Uli Bauer, der davor 15 Jahre lang als OB-Double begeisterte, sind bislang engagiert. Bemerkenswert ist das vor allem, weil Singspielautor Biedermann sich schon im vergangenen Jahr so spät bei Bauer meldete, dass dieser einen Urlaub gebucht hatte. Schließlich wurde Hartmann gefragt.

Der aber wartet heuer noch. „Ich kann nur hoffen, dass ich wieder dabei bin“, sagt er. „Das würde natürlich auch bestätigen, dass ich es letztes Jahr gut gemacht habe. Ich habe ja ein schwieriges Erbe angetreten.“

Merkel-Darstellerin Corinna Duhr bekennt sich offen zu ihrer Sympathie für Uli Bauer. „Ich fände es schön, wenn er wieder dabei wäre.“ Immerhin sei er „Münchens erster Ude“. Bauer selbst gibt sich gelassen. Vielleicht komme ja noch ein Anruf, er „rechne aber eigentlich eh nicht mehr damit, weil es schon wieder relativ spät ist“, sagt er. Es sei auch denkbar, dass ein Dritter die Ude-Rolle übernehme – oder aber, dass es ein Singspiel ohne OB gebe. „Obwohl das für mich persönlich nicht denkbar ist und auch für die Tradition des Singspiels. Es wäre schon normal, dass der Münchner Oberbürgermeister da dabei ist.“

Autor Biedermann ist am Donnerstag nicht erreichbar, um Licht ins Ude-Dunkel zu bringen. Vielleicht, so munkelt man, ist des Rätsels Lösung die Oscarverleihung. Würde etwa der „Goldene Ude“ verliehen, wäre ein Double vielleicht gar nicht vonnöten . . .

Caroline Wörmann

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