Noro-Alarm: Schon 65 Münchner krank

München - Patienten, Krankenschwestern, Ärzte: Niemand ist im Klinikum Rechts der Isar verschont geblieben. Seit letzten Freitag geht hier der Noro-Virus um. Das Krankenhaus reagiert.

Das Krankenhaus bestätigt derzeit 45 erkrankte Patienten, 18 Krankenschwestern und zwei Ärzte. Das Tückische an dem Magen-Darm-Virus: Er ist sehr ansteckend, überträgt sich durch Schmierinfektion, also über verschmutzte Flächen. In abgeschlossenen Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten verbreitet er sich besonders schnell – oder eben in Krankenhäusern.

Die erste Sicherheitsmaßnahme im Klinikum: Hygiene verstärken. Betroffene Patienten werden sofort isoliert, ihre Betten durch farbliche Kennung gezeichnet. So können sie nicht ohne Weiteres verlegt werden und somit gesunde Patienten anstecken. Erkranktes Personal wird sofort nach Hause geschickt, darf erst wieder arbeiten, wenn der Virus ausgeheilt ist. Generell gilt zur Zeit für Patienten und Personal im Rechts der Isar strikte Anweisung zum regelmäßigen Händewaschen und Desinfizieren – die einzige Möglichkeit, weitere Verbreitung einzudämmen.

„Gott sei Dank war es ein milder Krankheitsverlauf. So ist der Virus jetzt bereits am abebben“, gibt Eva Schuster Entwarnung, die Sprecherin der Klinik. Der Ausfall von Krankenschwestern und Ärzen konnte bisher durch Personalumschichtungenaufgefangen werden. Operationen mussten noch nicht verschoben werden.

Beim Noro-Virus handelt es sich um eine meldepflichtige Krankheit. Außer im Rechts der Isar sind beim Gesundheitsreferat München allerdings derzeit keine weiteren Virus-Häufungen gemeldet worden.

Bei Verdacht auf Noro sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Symptome – Magenkrämpfe, Durchfall und Erbrechen – ähneln einer gewöhnlichen Magen-Darm-Grippe. Die Krankheit kann aber viel aggressiver verlaufen. Durch den starken Flüssigkeitsverlust kann es bei Kindern und älteren Patienten zu Komplikationen kommen.

Valentina Schmidt

Rubriklistenbild: © Schlaf

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