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Beate Zschäpe.

NSU-Prozess

Zschäpe-Gutachten: Arzt beobachtete sie

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München - Das Ende naht im NSU-Prozess! Nach über dreieinhalb Jahren soll nun der psychiatrische Sachverständige zu Beate Zschäpes Schuldfähigkeit Stellung nehmen. Das Gutachten ist das Ende der Beweisaufnahme im Mammutverfahren mit 328 Verhandlungstagen.

Ab Montag wird Psychiater Henning Saß (72) im NSU-Prozess dem Oberlandesgericht seinen Bericht vortragen. Auf mehr als 170 Seiten fasst er Eindrücke aus Akten und Beobachtungen im Prozessverlauf zusammen. Selber sprechen konnte er mit der 41-Jährigen nicht, weil sie nicht bereit dazu war. Trotzdem attestiert ihr der Psychiater eine Schuldfähigkeit.

Prof. Saß hat ein langes Gutachten über Beate Zschäpe verfasst.

Zschäpe droht nun im Falle einer Verurteilung auch die Sicherungsverwahrung, die das Gericht über sie verhängen kann. Wegen Mittäterschaft an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen hatte die Bundesanwaltschaft Zschäpe angeklagt. Das Gutachten von Saß gilt als letztes ­Beweismittel, das das Gericht für sein Urteil benötigt.

Bis zum Jahr 2010 hatte der Professor die forensische Psychiatrie an der Ludwig-Maximilians-Universität geleitet, danach wechselte er an die Uni Aachen. Seit Jahrzehnten tritt er als Gutachter auch in anderen Münchner Prozessen auf. Zwei Verhandlungstage hat das OLG ab Dienstag nun für die Vorstellung seines Gutachtens geplant.

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Eine schriftliche Fassung hatte Saß bereits vorgelegt. Darin bescheinigt er Zschäpe trotz ihres „komplizierten Lebensgangs“ mit unbekanntem Vater und „Belastungen durch das Verhalten der Mutter“, dass sie „eine recht kontaktfreudige junge Frau gewesen“ zu sein scheint.

thi/dpa

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