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Nach 438 Verhandlungstagen hat das Oberlandesgericht Beate Zschäpe (43) im Juli zu lebenslanger Haft verurteilt.

OLG stellt Bilanz vor

NSU-Prozess kostet mehr als 27 Millionen Euro - so kommt Betrag zusammen

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Jahrelang war München Schauplatz eines der größten Prozesse der Nachkriegszeit. Nun erläutert das Oberlandesgericht, welche Kosten nach dem Verfahren gegen NSU-Mitglied Beate Zschäpe angefallen sind.

München - „Es war das größte Verfahren, das München je hatte“, sagt Peter Küspert. Am Donnerstag stellte der Präsident des Oberlandesgerichts (OLG) seine Bilanz des NSU-Prozesses vor. Laut OLG fielen Kosten in Höhe von insgesamt 27.482.269,51 Euro an. Der größte Posten waren die Anwälte: Mehr als 25 Millionen Euro betrugen die Honorare der fünf Verteidiger und 59 Nebenklage-Anwälte. „Gerechtigkeit hat ihren Preis“, sagt Küspert.

In den mehr als fünf Jahren Verfahrensdauer seien mehrere tausend Anträge gestellt worden, darunter allein fast 3000 Beweisanträge und 57 Befangenheitsanträge gegen das Gericht. Der Stoff umfasse 1200 Aktenbände mit mehreren 100.000 Seiten. Im Juli schließlich wurde Beate Zschäpe (43) wegen Beihilfe zum zehnfachen Mord zu lebenslanger Haft verurteilt.

Legte die Zahlen zum NSU-Prozess vor: Peter Küspert ist der Präsident des Münchner Oberlandesgerichts.

34 Wachtmeister und 765 Zeugen

Im Schnitt waren 34 Wachtmeister im Einsatz, um für die Sicherheit zu sorgen. Mit 235.644 Euro hatte das Gericht die 765 Zeugen entschädigt. Rund 1,5 Millionen Euro betrug das Honorar für Sachverständige und Dolmetscher. Nicht einbezogen in die Bilanz sind die Personalkosten des Gerichts sowie die der Hausverwaltung (2,8 Millionen Euro).

So erklärt sich auch, wieso frühere Rechnungen höhere Kosten ermittelt haben: 150.000 Euro pro Verhandlungstag hatte etwa Ex-OLG-Präsident Karl Huber benannt, bei 438 Tagen wären so 65,7 Millionen Euro aufgelaufen. Aber: Laut OLG sind die Kosten für das Ermittlungsverfahren noch unklar, dafür werden weitere Millionen anfallen!

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Andreas Thieme

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